Aktualisiert 15.02.2018 13:14

SchicksalstagMuss Post-Chefin Ruoff heute gehen?

Rücktritt, Ausstand oder das Amt behalten: Der Verwaltungsrat informiert heute, welche Konsequenzen das Postauto-Debakel für Post-Chefin Susanne Ruoff hat.

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pam
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Sie bleibt auf ihrem Posten: Susanne Ruoff, Konzernleiterin der Schweizerischen Post.

Sie bleibt auf ihrem Posten: Susanne Ruoff, Konzernleiterin der Schweizerischen Post.

Keystone/Peter Schneider
Die Post musste das Fehlverhalten ihrer Tochtergesellschaft Postauto nach einer Untersuchung des Bundesamts für Verkehr eingestehen. Im Bild: Konzernleiterin Ruoff an der Medienkonferenz vom 6. Februar 2018.

Die Post musste das Fehlverhalten ihrer Tochtergesellschaft Postauto nach einer Untersuchung des Bundesamts für Verkehr eingestehen. Im Bild: Konzernleiterin Ruoff an der Medienkonferenz vom 6. Februar 2018.

Keystone/Peter Schneider
Die Post wird über 100 Millionen Franken zurückerstatten müssen: ein Postauto im Goms. (22. Januar 2018)

Die Post wird über 100 Millionen Franken zurückerstatten müssen: ein Postauto im Goms. (22. Januar 2018)

Keystone/Dominic Steinmann

«Nein, ich trete nicht zurück. Ich will Klarheit schaffen»: So liess sich Post-Chefin Susanne Ruoff noch letzten Sonntag im Nachgang zur Postauto-Affäre zitieren. Doch so gewiss könnte der kategorische Ausschluss des Rücktritts nicht mehr sein: Laut «Tages-Anzeiger» tagte gestern der neunköpfige Verwaltungsrat, heute Nachmittag um 14 Uhr informiert die Pressekonferenz über das Ergebnis. Über diese Szenarien könnte der Verwaltungsrat diskutiert haben:

Sofortiger Rücktritt

Mit Buchungstricks hat die Post-Tochter Postauto zwischen 2005 und 2015 überzogene Gewinne beim subventionierten Busverkehr erzielt. Sie muss nun 78,3 Millionen zurückzahlen. Und die Post kommt nicht aus den Schlagzeilen: Laut SRF könnten auch die Poststellen von Tricksereien in der Buchhaltung betroffen sein, indem deren Erträge «schlechtgerechnet» wurden, um Schliessungen zu rechtfertigen. Ist Post-Chefin Susanne Ruoff angesichts der Querelen noch haltbar? Für Nationalrat Ulrich Giezendanner (SVP) und SP-Fraktionschef Roger Nordmann ist klar: Sie muss abtreten.

In den Ausstand treten

Eine weitere Möglichkeit, die der Post-Verwaltungsrat wohl diskutiert hat, ist der Ausstand der Post-Chefin während der Untersuchung im Zusammenhang mit der Postauto-Affäre. Diese Option brachte etwa SVP-Präsident Albert Rösti auf «TeleZüri» ins Spiel: «Frau Ruoff wäre gut beraten, dem Verwaltungsrat anzubieten, ihr Amt als Chefin der Post niederzulegen.» Nur so könnten die laufenden Untersuchungen bei Postauto wegen Buchhaltungstricks «neutral stattfinden». CVP-Präsident Gerhard Pfister ergänzte: «Solange sie an den Schalthebeln der Post sitzt, fehlt das Vertrauen in sie als Postchefin.» Ein Ausstand bei einem bundesnahen Betrieb wäre zwar ein Novum, rechtlich aber möglich.

Das Amt behalten

«Susanne Ruoff hat mein Vertrauen», erklärte Verkehrsministerin Doris Leuthard noch am Montag. Köpfe müssten nur rollen, wenn die Vorwürfe gegen die Post strafrechtlich relevant seien. Ruoff sieht bei sich kein Verschulden: Vorwürfe, sie habe mit dem Management eruiert, wie die Post Gewinne verstecken könne, weist sie weit von sich. «Wir haben getan, was jedes Unternehmen tut: Es überlegt, wie und wo Gewinne anfallen können und wie man diese verwendet. Jedes Management muss dafür Lösungen aufzeigen. Dass man Varianten diskutiert, ist normal.»

Das zuständige Bundesamt hat derweil Strafanzeige bei der Bundesanwaltschaft und der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern gegen unbekannt eingereicht. Zudem verzeigte die Aufsicht über den subventionierten Busverkehr laut «Tages-Anzeiger» alle «infrage kommenden Organe von Post und Postauto».

20 Minuten tickert ab 14.00 Uhr live von der Post-Medienkonferenz in Bern.

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