Geuensee LU - Fünf Personen nach tödlichem Streit in Haft
Publiziert

Geuensee LUFünf Personen nach tödlichem Streit in Haft

An der Avia-Tankstelle in Geuensee LU kam es am Samstag zu einer blutigen Auseinandersetzung. Das Todesopfer A. N. (20) ist aus dem Kanton Luzern.

von
Gianni Walther
Gabriela Graber
Rochus Zopp
1 / 11
Der 20-Jährige A.N. ist bei dem Tankstellenstreit in Geuensee LU ums Leben gekommen. 

Der 20-Jährige A.N. ist bei dem Tankstellenstreit in Geuensee LU ums Leben gekommen.

Instagram
In sozialen Medien drücken zahlreiche Personen aus dem Umfeld von A. N. ihr Beileid und Mitgefühl aus.

In sozialen Medien drücken zahlreiche Personen aus dem Umfeld von A. N. ihr Beileid und Mitgefühl aus.

Facebook 
Der Vorfall ereignete sich an der Avia-Tankstelle am Abend des 25. September 2021.

Der Vorfall ereignete sich an der Avia-Tankstelle am Abend des 25. September 2021.

20Min/News-Scout

Darum gehts

  • In Geuensee LU kam es am Samstagabend zu einem blutigen Streit.

  • Der 20-jährige Kosovare A.N. ist dabei ums Leben gekommen.

  • Weitere Personen wurden verletzt; mindestens sechs mussten ins Spital gebracht werden.

  • Weitere Ermittlungen sind im Gang. Die Polizei Luzern sucht nach Augenzeugen.

«Er war immer ein gut aufgestellter junger Mann mit einem sehr reinen Herzen. Er hat so etwas nicht verdient! Ich kann es immer noch kaum glauben», sagt I. I.*, der zusammen mit A.N.* die Berufsschule besucht hat.

Der 20-Jährige Kosovare A.N. ist am Samstagabend in dem Streit an der Avia-Tankstelle in Geuensee LU ums Leben gekommen. Weitere Personen wurden verletzt; mindestens sechs Personen mussten mit schweren Verletzungen ins Spital gebracht werden. Gerüchten zufolge waren Messer involviert. Die Polizei hat dies noch nicht bestätigt.

Fünf Syrer sind derzeit in Haft

«Die Luzerner Polizei misst den Ermittlungen zu der tödlichen Auseinandersetzung in Geuensee höchste Priorität zu. Die Ermittlungen zum Tatablauf und zum Motiv laufen. Die Luzerner Polizei hat bereits alle aktiv involvierten Personen identifiziert und wird diese nun befragen», sagt der Informationsbeauftragte der Luzerner Staatsanwaltschaft Simon Kopp auf Anfrage. Eine Person sei derzeit noch im Spital. «Aktuell befinden sich fünf Syrer in Haft», so Kopp weiter.

«Die Luzerner Polizei hat diverse Gegenstände und diverses Bildmaterial im Zusammenhang mit der Tat sichergestellt. Die Auswertungen dazu laufen», sagt Kopp weiter. Die Todesursache des Opfers wird abgeklärt. Der 20-jährige Mann aus dem Kosovo wird aktuell vom IRM Zürich obduziert. Die Untersuchung führt die Staatsanwaltschaft Sursee.

Streit um Geldschulden?

Ein News-Scout war am Samstag kurz nach der Gewalttat an der Tankstelle: «Als ich gestern Abend um 20.30 Uhr tanken gehen wollte, war alles abgesperrt. Die Polizei war vor Ort, fünf Polizisten haben mit Taschenlampen etwas gesucht.» Weitere Beamtinnen und Beamte hätten die Tankstellenbesucherinnen und -besucher befragt, etwas später sei ein Leichenwagen vorgefahren. «Vier Autos sind abtransportiert worden.» Eines davon habe er erkannt. «Es war der Mercedes eines jungen Luzerners, mit dem ich mich zwei Wochen zuvor unterhalten hatte», so der News-Scout zu 20 Minuten.

Der Vorfall soll gemäss Quellen des News-Scouts in einem Café in einer benachbarten Gemeinde aufgrund von Geldschulden begonnen haben. Der Besitzer des Cafés, ein Freund von A.N., habe sein Inventar für mehrere zehntausend Franken einer anderen Person verkauft. Da noch eine grosse Summe ausstehend war, habe der Cafébesitzer mit dem Schuldner sprechen wollen. A.N. selbst habe nichts mit den Schulden zu tun gehabt und habe nur seinem Freund helfen wollen, so der News-Scout. Der Schuldner habe jedoch einige Freunde von sich geschickt, «um die Sache zu regeln».

Die genauen Hintergründe der Tat müssen jetzt die Ermittlerinnen und Ermittler klären. Gemäss der Luzerner Polizei waren über ein Dutzend Personen aus Syrien, Irak, Nordmazedonien und der Schweiz am Streit beteiligt. Die Polizei hat bereits in der Nacht auf Sonntag mehrere Personen festgenommen.

«Ein ruhiger Junge, der nie Probleme gemacht hat»

«Wir sind unendlich traurig», sagt Ali N., der Onkel von A.N. zu «Blick». «A. war immer so nett. Ein ruhiger Junge, der nie Probleme gemacht hat.» Niemand in der Familie kann sich erklären, wie es zu den schlimmen Szenen an der Tankstelle kommen konnte.

Weitere Ermittlungen sind derzeit im Gang. Personen, die Beobachtungen im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung gemacht haben, sollen sich bei der Luzerner Polizei unter 041 248 81 17 melden.

*Namen der Redaktion bekannt

Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?

Hier findest du Hilfe:

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen Schweiz, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen

Hast du oder hat jemand, den du kennst, ein Trauma erlitten?

Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung