Interferenzen: Musste Flugzeug wegen Handy am Boden bleiben?

Aktualisiert

InterferenzenMusste Flugzeug wegen Handy am Boden bleiben?

In Genf hat ein Pilot den Start seines Fliegers abgebrochen – offenbar, weil ein Mobiltelefon nicht ausgeschaltet war und die Instrumente störte.

von
vro
Wissenschaftlich ist umstritten, ob Handys im Flieger wirklich technische Störungen verursachen können.

Wissenschaftlich ist umstritten, ob Handys im Flieger wirklich technische Störungen verursachen können.

Kurz vor dem Start musste am Dienstag ein Pilot bei seiner Maschine der Airline Iberia auf der Rollbahn eine Notbremse einleiten. Der Grund dafür sei ein nicht ausgeschaltetes Smartphone gewesen, sagt ein Passagier gegenüber «20minutes.ch». «Uns wurde erklärt, dass ein Handy Interferenzen bei den Instrumenten des Flugzeugs ausgelöst habe.» Eine Quelle beim Flughafen Genf bestätigte dies.

Dass ein Pilot während des Starts beschliesst, diesen abzubrechen, kommt gemäss Flughafen-Sprecher Bertrand Stämpfli zwei- bis dreimal pro Jahr vor. «Das ist nichts Harmloses.» Die Piloten würden allerdings auch bei kleinsten Unregelmässigkeiten wie dem Rauschen eines Monitors am Boden bleiben.

Dass ein Mobiltelefon wirklich Störungen im Cockpit verursachen kann, konnte bisher allerdings mit keiner Studie belegt werden, so das Bundesamt für Zivilluftfahrt. Das europäische Gesetz sei hier etwas vage formuliert und schreibe den Fluggesellschaften lediglich vor, dass Massnahmen getroffen werden müssen, damit elektronische Geräte die Apparaturen des Flugzeugs nicht beeinträchtigen.

Verletzt wurde beim Vorfall vom Dienstagmorgen niemand, die Passagiere kamen mit einem gehörigen Schrecken davon. Der Flieger konnte schliesslich mit einer Verspätung von rund 15 Minuten in Richtung Madrid abheben.

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