Grossbritannien – Mutation der Delta-Variante steckt hinter jeder zehnten Corona-Infektion
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GrossbritannienMutation der Delta-Variante steckt hinter jeder zehnten Corona-Infektion

Die Virus-Mutation «Delta Plus» ist bis zu 15 Prozent infektiöser und wurde auch in der Schweiz schon nachgewiesen. Typische Symptome treten seltener auf, weshalb Infektionen weniger schnell bemerkt werden könnten.

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Fast zwölf Prozent der positiven Fälle in Grossbritannien sind auf die Mutation der Delta-Variante zurückzuführen.

Fast zwölf Prozent der positiven Fälle in Grossbritannien sind auf die Mutation der Delta-Variante zurückzuführen.

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Die Subvariante breitet sich Erkenntnissen aus Grossbritannien zufolge wohl schneller aus als die bisher vorherrschende Delta-Variante.

Die Subvariante breitet sich Erkenntnissen aus Grossbritannien zufolge wohl schneller aus als die bisher vorherrschende Delta-Variante.

Reuters
Premierminister Boris Johnson ist besorgt über die erneut steigenden Infektionszahlen.

Premierminister Boris Johnson ist besorgt über die erneut steigenden Infektionszahlen.

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Darum gehts

  • Fast zwölf Prozent aller Ansteckungen in Grossbritannien sind auf die neue Mutation der Delta-Variante zurückzuführen.

  • Das verminderte Auftreten der typischen Symptome könnte es erschweren, Infektionen zu bemerken.

  • Als besorgniserregend wird die Mutation gemäss WHO noch nicht angesehen.

Die Delta-Subvariante des Coronavirus AY.4.2 ist inzwischen für mehr als jede zehnte Neuinfektion in Grossbritannien verantwortlich. Das geht aus der grossangelegten React-Studie des Imperial College London hervor, deren jüngste Ergebnisse am Donnerstag veröffentlicht wurden. Demnach konnten 11,8 Prozent von 841 sequenzierten positiven Proben der Subvariante AY.4.2 zugeordnet werden. Insgesamt waren für die Studie PCR-Tests von mehr als 100’000 Menschen ausgewertet worden, von denen knapp 1400 ein positives Ergebnis hatten. In Deutschland gibt es laut Robert Koch-Institut (RKI) keine Hinweise darauf, dass die Bedeutung der Delta-Subvariante im Pandemiegeschehen zunimmt. Auch in der Schweiz sind seit Anfang September schon Fälle der Variante «Delta Plus» aufgetaucht.

Seltener typische Symptome

Die Subvariante breitet sich Erkenntnissen aus Grossbritannien zufolge wohl schneller aus als die bisher vorherrschende Delta-Variante. Seit der vergangenen Studie im September berechneten die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen ein tägliches Wachstum des AY.4.2-Anteils von 2,8 Prozent. Gleichzeitig sind symptomatische Erkrankungen seltener, wie die Forscher und Forscherinnen feststellten. Auch die typischen Symptome wie Verlust oder Veränderung des Geruchs- und Geschmackssinns, Fieber und ein neuer, anhaltender Husten, kommen demnach bei Infektionen mit AY.4.2 weniger häufig vor. Insgesamt sei das seltenere Auftreten von Symptomen natürlich eine gute Sache, ergänzte Studienleiter Paul Elliott.

Noch nicht besorgniserregend

Wie sich die Subvariante auf den Verlauf der Pandemie auswirken werde, könne noch nicht abgeschätzt werden, sagte die an der Studie beteiligte Forscherin Christl Donnelly dem Sender Sky News. Weniger symptomatische Fälle bedeuteten, dass weniger infizierte Fälle erkannt würden, so die Forscherin. Auf der anderen Seite könne das Fehlen von Symptomen wie Husten die Ansteckungsgefahr auch verringern.

Die Subvariante AY.4.2 wird von der Weltgesundheitsorganisation bislang nicht als besorgniserregend eingestuft, steht aber unter Beobachtung. Einen eigenen Namen, wie Alpha und Delta, bekomme eine Variante erst, wenn sie von der Weltgesundheitsorganisation als besorgniserregend eingestuft werde. Daher noch die Unterkategorisierung als eine Mutation der Delta-Variante.

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(dpa/roa)

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