Mutige Schweizer Unternehmer
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Mutige Schweizer Unternehmer

Schweizerinnen und Schweizer wagen im europäischen Vergleich überdurchschnittlich oft den Schritt in die Selbstständigkeit.

2005 waren laut einer Studie der Uni St. Gallen 290 000 Personen an einer Unternehmensgründung beteiligt.

Das entspreche einer «Gründungsquote» von etwa 6 Prozent der erwachsenen Schweizer, sagte Thierry Volery vom Institut für Klein- und Mittelunternehmen der Universität St. Gallen am Mittwoch in Zürich vor den Medien. Als Neugründungen betrachtet die Studie Unternehmen, die weniger als dreieinhalb Jahre auf dem Markt sind.

Die Studie ist im Rahmen des Projekts «Global Entrepreneurship Monitor» (GEM) entstanden, an der 35 Länder teilnehmen. Weltweit liegt die Schweiz im Mittelfeld: Unternehmerischer zeigte sich etwa die Bevölkerung mehrerer Entwicklungsländern oder diejenige angelsächsischer Länder wie Grossbritannien, USA oder Australien.

Gute Überlebenschancen

Im internationalen Vergleich gut vertreten sind in der Schweiz die etablierten Unternehmer: Rund 10 Prozent der Bevölkerung führt laut Studie seit mehr als dreieinhalb Jahren ein eigenes Unternehmen. Der Vergleich mit den Neugründungen lasse auf eine gute Überlebenschance für Neuunternehmer schliessen, so Volery.

Allerdings sei die Gründungsquote in der Schweiz im Vergleich zu den Jahren 2002 und 2003 zurückgegangen, sagte Volery. Der Grund dafür dürfte allerdings in der anhaltend schwachen Konjunktur liegen. Die Studie basiert auf der Befragung von knapp 5500 repräsentativ ausgewählten Personen sowie auf Sekundärstatistiken.

Regionale Unterschiede

Innerhalb der Schweiz zeigt die Studie deutliche regionale Unterschiede auf: Am unternehmerischsten zeigen sich die Bewohner der Zentralschweiz gefolgt von Zürich und der Ostschweiz. Am wenigsten Neugründungungen weist das Tessin auf. Unter dem Durschnitt liegen die Genfersee-Region, die Nordwestschweiz und der Espace Mittelland.

Generell entstünden dort viele neue Unternehmen, wo die Kaufkraft hoch sei und es schon viele Selbstständige gebe, sagte Mitverfasser Heiko Bergmann. Den grössten Anteil der Neugründungen in der Schweiz machen «personenbezogene Dienstleistungen» wie Berater, EDV-Dienstleister, Anwälte, Handel oder Gastronomie aus.

Rahmenbedingungen

Die Rahmenbedingungen in der Schweiz schätzen die Verfasser im internationalen Vergleich als gut ein. Sie vermissen allerdings an den Schulen die Vermittlung von Eigeninitiative und Eigenständigkeit. Zudem kritisieren sie die Rahmenbedingungen für Frauen wie auch eine mangelnde Offenheit der Schweizer Märkte für Neuunternehmer.

(sda)

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