Aktualisiert 11.01.2010 21:08

Eschenbach LU

Mutige Spar-Angestellte stellen Räuber

Gestern Nachmittag wollte ein 19-jähriger Serbe den Spar in Eschenbach überfallen. Er hatte die Rechnung aber ohne die mutigen Mitarbeiterinnen gemacht.

von
Clarissa Rohrbach/Matthias Giordano

Um etwa 13.30 Uhr zückte der Räuber an der Kasse des Spar-Marktes in Eschenbach plötzlich eine Pistole und bedrohte die Kassiererin. Doch anstatt vor Angst zu erstarren, reagierte die Geschäftsführerin I. H.* im Hintergrund blitzschnell: Sie stürmte auf den Mann los und riskierte so ihr Leben. «Er drohte, mich zu erschiessen. Aber ich wollte ihm unbedingt die Pistole wegnehmen», so die 50-Jährige zu 20 Minuten. Sie habe sich in dieser Situation selbst nicht mehr gekannt. Zusammen mit der stellvertretenden Geschäftsführerin und einem Kunden gelang es ihr schliesslich, den Täter zu überwältigen und bis zum Eintreffen der Polizei festzuhalten.

Bei den Luzerner Strafuntersuchungsbehörden ist man froh, dass der Überfall glimpflich ausgegangen ist. Sprecher Simon Kopp sagt aber: «Grundsätzlich empfehlen wir, bei Raubüberfällen nicht einzugreifen.» Solche Situationen seien sehr gefährlich, da die Räuber unter Stress stünden und unberechenbar seien. Beim Täter handelt es sich um einen 19-jährigen Serben aus Ballwil. Sein Tatmotiv ist gemäss den Behörden noch unklar. Den Angestellten wurde eine psychologische Betreuung angeboten. Diese will Geschäftsführerin I. H. nicht in Anspruch nehmen, sie sagt aber: «So etwas will ich nie mehr erleben.»

* Name der Redaktion bekannt

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