Guantanamo  – Mutmasslicher Komplize von 9/11-Terrorist kommt nach 20 Jahren frei

Aktualisiert

Guantanamo Mutmasslicher Komplize von 9/11-Terrorist kommt nach 20 Jahren frei

Ein 46-jähriger Saudiarabier wird verdächtigt, 2001 mit dem Haupttäter der Terrorattacken in den USA weitere Flugzeugentführungen geplant zu haben. Nach über 20 Jahren  in Guantanamo ist er nun aus der Haft entlassen worden.

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Die Terroranschläge in den USA am 11. September 2001 forderten knapp 3000 Todesopfer.

Die Terroranschläge in den USA am 11. September 2001 forderten knapp 3000 Todesopfer.

TDG
Sie wurden vom islamistischen Terrornetzwerk al-Kaida unter der Führung von Osama bin Laden geplant und von 19 seiner Mitglieder verübt, darunter 15 Staatsangehörige Saudiarabiens.

Sie wurden vom islamistischen Terrornetzwerk al-Kaida unter der Führung von Osama bin Laden geplant und von 19 seiner Mitglieder verübt, darunter 15 Staatsangehörige Saudiarabiens.

imago images/Everett Collection
Nach 20-jähriger Haft in Guantanamo haben die US-Behörden einen saudiarabischen Gefangenen in sein Heimatland entlassen.

Nach 20-jähriger Haft in Guantanamo haben die US-Behörden einen saudiarabischen Gefangenen in sein Heimatland entlassen.

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Darum gehts

  • Ein Mann aus Saudiarabien soll 2001 die Teilnahme an den Flugzeugentführungen geplant haben.

  • Er sass dafür 20 Jahre in Guantanamo in Haft – jetzt wurde er entlassen.

  • Damit befinden sich noch 38 Häftlinge im berüchtigten US-Gefangenenlager.

Nach 20-jähriger Haft in Guantanamo haben die US-Behörden einen saudiarabischen Gefangenen in sein Heimatland entlassen, der sich 2001 mutmasslich den Attentätern des 11. Septembers anschliessen wollte. Der Mann soll in Saudiarabien wegen einer psychischen Erkrankung behandelt werden, teilte das US-Verteidigungsministerium am Montag mit. Nach Angaben seiner Anwälte leidet der 46-Jährige seit seiner Kindheit unter anderem an Schizophrenie.

Die USA liessen Pläne für einen Prozess gegen ihn fallen, nachdem ein leitender juristischer Mitarbeiter des Pentagons unter US-Präsident George W. Bush zu dem Schluss kam, dass er in Guantanamo gefoltert wurde. Ein Prüfungsausschuss von Militär und Geheimdiensten befand nun, dass es sicher sei, ihn nach 20 Jahren freizulassen.

Damit befinden sich noch 38 Häftlinge in Guantanamo. Es war die zweite Freilassung seit dem Amtsantritt von Präsident Joe Biden, der nach eigener Aussage eine Schliessung des umstrittenen Gefangenenlagers anstrebt.

US-Truppen hatten ihn in Afghanistan festgenommen

Der nun Freigelassene wurde im August 2001 auf dem Flughafen von Orlando von Beamten der US-Einwanderungsbehörde abgewiesen, weil er ihnen verdächtig vorkam. Wie aus später veröffentlichten Dokumenten hervorgeht, wollte der Haupttäter der Anschläge vom 11. September, Mohammed Atta, ihn abholen. Demnach war seine Teilnahme an den Flugzeugentführungen geplant. US-Truppen nahmen ihn später in Afghanistan fest und schickten ihn nach Guantanamo, wo er brutalen Verhörmethoden unterzogen wurde. 

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(DPA/job)

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