Sexueller Übergriff: Mutmasslicher Sextäter flüchtete mit dem Velo
Aktualisiert

Sexueller ÜbergriffMutmasslicher Sextäter flüchtete mit dem Velo

Als er von einem Fussballtrainer erwischt wurde, liess der mutmassliche Täter in Feuerthalen von einem neunjährigen Mädchen ab und flüchtete. Mittlerweile sitzt er in Haft. Er ist erst 14 Jahre alt.

von
rn
Betroffen vom Übergriff: Schule in Feuerthalen

Betroffen vom Übergriff: Schule in Feuerthalen

Das Opfer ist ein neunjähriges Mädchen, ihr mutmasslicher Peiniger fünf Jahre älter. Recherchen von 20 Minuten Online in Feuerthalen (ZH) haben ergeben, dass das Mädchen am vergangenen Mittwoch in der Nähe eines Fussballplatzes missbraucht wurde. Zur gleichen Zeit sammelte sich gerade eine E-Junioren-Mannschaft von Cholfirst United, der Juniorenabteilung des FC Feuerthalen, auf einem Parkplatz neben dem Fussballplatz für ein Cupspiel. Unmittelbar hinter dem Parkplatz befindet sich das so genannte «Wäldli», eine Ansammlung weniger Bäume. Dort stiess der Juniorentrainer zufällig auf den 14-Jährigen und das neunjährige Mädchen.

Wie der Trainer später in einem internen Mail an den Fussballclub festhielt, sah er einen schlanken Mann mit Brille und «etwas brauner Haut», dessen Alter er auf rund 30 Jahre schätzte. Tatsächlich ist der mutmassliche Täter 14 Jahre alt. Als er den Trainer wahrnahm, habe er vom blonden Mädchen abgelassen und sei mit einem Fahrrad geflüchtet. Das Mädchen sei davongerannt und liess ein Kinderfahrrad zurück. Der Juniorentrainer verfolgte den mutmasslichen Täter erfolglos. Als er zurück an den Tatort gekommen sei, sei das Kinderfahrrad verschwunden gewesen. Daraufhin alarmierte er die Polizei. Tags darauf wurde der 14-Jährige verhaftet.

Mädchen wieder in der Schule

Das Mädchen geht seit Montag in Begleitung eines Schulsozialarbeiters wieder zur Schule. Betreut werden aber auch die beiden betroffenen Klassen; die des Opfers und die des Täters. Keine Informationen über Opfer und Täter wollte Schulleiter Thorsten Knüfer auf Anfrage geben: «Wir haben in Feuerthalen rund 100 Schüler. Mit jeder weiteren Angabe über die Involvierten könnten diese leicht identifiziert werden.» Knüfer wollte deshalb auch nicht sagen, in welche Klassen die beiden gehen. Im Schreiben der Schulleitung heisst es lediglich: «Das Opfer ist ein Mädchen aus der Primarschule, als Täter steht ein Junge aus der Sekundarschule unter Verdacht.»

Weiter bot die Schule Feuerthalen auch der Familie des Opfers ihre Unterstützung an, «um die Situation möglichst gut bewältigen zu können.» Die Schule hielt zudem fest, dass sie das Verhalten des Täters aufs Schärfste missbillige und auch weiterhin alles unternehmen werde, um die Integrität der Schüler zu schützen.

Verdacht auf strafbare Handlungen gegen die sexuelle Integrität

Die zuständige Jugendanwältin, Alexandra Ott Müller, sagte auf Anfrage von 20 Minuten Online, sie führe gegen den 14-Jährigen eine Strafuntersuchung «wegen Verdachts auf strafbare Handlungen gegen die sexuelle Integrität». Unklar blieb zunächst, ob der sich nach wie vor in Haft befindende mutmassliche Täter geständig ist. Um ihn in Haft zu behalten, müsse einerseits ein dringender Tatverdacht sowie zusätzlich Verdunkelungs-, Flucht- oder Wiederholungsgefahr bestehen, ergänzte die Jugendanwältin. Zur Beziehung der beiden Jugendlichen wollte sich Ott Müller nicht äussern, dies sei Gegenstand der Ermittlungen. Ebenfalls keine Angaben wollte sie zur Nationalität der beiden machen. Wegen des jugendlichen Alters des mutmasslichen Täters müsse dieser geschützt werden.

Was am Mittwochnachmittag um 17.30 Uhr im Detail passiert sei, wisse er nicht, sagte Schulleiter Knüfer: «Ich weiss es nicht und ich will es gar nicht wissen.» Klar sei jedoch, dass es sich um einen schweren sexuellen Übergriff gehandelt haben müsse. «Sonst hätte die Polizei den Jungen nicht verhaftet», glaubt der Schulleiter. Sicher ist, die Tat ereignete sich nicht auf dem Schulareal und nicht während der Schulzeit.

Hier entdeckte der Juniorentrainer den sexuellen Übergriff: das «Wäldli» unmittelbar neben dem Gelände des Primarschulhauses Stumpenboden.

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