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BundesstrafgerichtMutmasslicher Zigarettenmafioso verschwunden

Ein Angeklagter im Zigarettenmafia- Prozess vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona ist untergetaucht.

Dies sagte Gerichtspräsident Walter Wüthrich am Mittwochabend - am Ende der dritten Verhandlungswoche. Der 57-jährige Spanier aus Delsberg war bisher aus gesundheitlichen Gründen dem Prozess ferngeblieben

Ab kommender Woche werden die einzelnen Angeklagten mit den Vorwürfen der Anklageschrift konfrontiert. Die insgesamt neun vor dem Bundesstrafgericht stehenden mutmasslichen Hintermänner der internationalen Zigarettenmafia sind der Teilnahme oder Unterstützung einer kriminellen Organisation und Geldwäsche angeklagt. Die Bundesanwaltschaft wirft den Angeklagten im Alter von 56 bis 73 Jahren vor, während Jahren Milliardensummen für die Verbrecherorganisationen Camorra und Sacra Corona Unita gewaschen sowie die Logistik für den Zigarettenschmuggel über Montenegro nach Apulien bereitgestellt zu haben.

In den Jahren von 1994 bis 2001 sollen auf diese Weise rund 215 Millionen Zigarettenstangen vermarktet worden sein. Der Prozess war am vergangenen 1. April eröffnet worden. Er wurde danach mehrere Male unterbrochen und soll mit Unterbrüchen bis zum 19. Juni dauern. Ein Datum für die Urteilseröffnung wurde zunächst noch nicht bestimmt. (dapd)

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