Subeidat Zarnajewa: Mutter der Boston-Bomber ist in Terror-Datenbank
Aktualisiert

Subeidat ZarnajewaMutter der Boston-Bomber ist in Terror-Datenbank

Welche Rolle spielte die Mutter der Brüder Zarnajew bei deren Radikalisierung? Wie jetzt bekannt wurde, taucht der Name der Frau offenbar in einer Terrorismus-Datenbank der US-Regierung auf.

von
jbu

Bei den Ermittlungen zu den Bombenanschlägen beim Boston-Marathon kommen immer mehr Hinweise über das familiäre Umfeld der mutmasslichen Attentäter ans Licht. Angaben über die Mutter der beiden Brüder Tamerlan und Dschochar Zarnajew seien vor anderthalb Jahren zu einer Terrorismus-Datenbank der US-Regierung hinzugefügt worden, erfuhr die Nachrichtenagentur AP am Freitag aus Ermittlerkreisen.

Die CIA habe Hinweise von den russischen Behörden bekommen, dass der ältere und inzwischen Tote Tamerlan und die Mutter Subeidat Zarnajewa möglicherweise religiöse Fanatiker geworden seien, sagten die Informanten. Daraufhin seien die beiden in die Datenbank «Tide» aufgenommen worden, in der Terroristen und Menschen mit möglichen Verbindungen zu Terroristen geführt werden.

Ein Eintrag in der Liste macht einen Menschen jedoch noch nicht automatisch zum Verdächtigen, der überwacht werden muss. Zuvor hatte das FBI bereits eine Untersuchung der Hinweise aus Russland eingeleitet, aber keine konkreten Indizien für terroristische Aktivitäten gefunden und die Ermittlungen im Juni 2011 eingestellt.

«Lügen und Heuchelei»

Subeidat Zarnajewa hat die US-Staatsbürgerschaft und lebt mit ihrem Mann in Dagestan im Süden Russlands. An einer Pressekonferenz am Donnerstag bestritt sie zudem, dass ihre Söhne während einer Reise nach Russland in Kontakt mit militanten Islamisten gekommen sein sollen und erhob schwere Vorwürfe gegen die US-Behörden. Die veröffentlichten Informationen bezeichnete sie als «Lügen und Heuchelei».

In den vergangenen Tagen hatten US-Ermittler der Botschaft in Moskau die Frau zwei Tage lang vernommen. Auch ihr Mann wurde befragt. Ihre Söhne Tamerlan und Dschochar werden verdächtigt, die Bomben beim Marathonlauf von Boston am 15. April gezündet zu haben. Dabei waren drei Menschen getötet und mehr als 260 verletzt worden.

In der Vergangenheit ist Zarnajewa bereits anderweitig mit dem Gesetz in Konflikt gekommen. Laut «ABC News» lief in den USA ein Verfahren wegen Ladendiebstahls gegen sie. Dabei handelte es sich nicht um ein Bagatelldelikt: Die Frau soll in einem Kaufhaus Waren im Wert von umgerechnet über 1500 Franken gestohlen haben. Zu einem Gerichtstermin im vergangenen Oktober ist sie nicht erschienen. Bei einer Einreise in die USA droht ihr eine Verhaftung. An der Beerdigung ihres älteren Sohnes, dem getöteten Tamerlan, kann Zarnajewa deshalb nicht teilnehmen. (jbu/sda)

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