Entführte Mia (8) - Mutter Lola Montemaggi wird nach Frankreich ausgeliefert
Publiziert

Nach Verhaftung in der SchweizMutter der entführten Mia (8) wird nach Frankreich ausgeliefert

Die Schweiz hat die Auslieferung von Lola Montemaggi nach Frankreich bewilligt. Die 28-jährige Corona-Leugnerin hatte ihre Tochter entführen lassen und war mit ihr in die Schweiz geflüchtet.

1 / 4
Drei Männer hatten die achtjährige Mia Montemaggi am Dienstag, dem 13. April, im Osten Frankreichs entführt. Jetzt wird ihre Mutter an Frankreich ausgeliefert.

Drei Männer hatten die achtjährige Mia Montemaggi am Dienstag, dem 13. April, im Osten Frankreichs entführt. Jetzt wird ihre Mutter an Frankreich ausgeliefert.

AFP
Die Polizei fand Mutter und Tochter Montemaggi in Sainte-Croix im Kanton Waadt.

Die Polizei fand Mutter und Tochter Montemaggi in Sainte-Croix im Kanton Waadt.

AFP
In diesem Holzhaus in Sainte-Croix kamen Mutter und Tochter unter. Es gehört zu einer Fabrik, die von einer «selbstverwalteten Gruppe» bewohnt wird.

In diesem Holzhaus in Sainte-Croix kamen Mutter und Tochter unter. Es gehört zu einer Fabrik, die von einer «selbstverwalteten Gruppe» bewohnt wird.

AFP

Darum gehts

  • Die Mutter des Mädchens Mia (8) wird von der Schweiz nach Frankreich ausgeliefert.

  • Sie war vergangene Woche in einem besetzten Haus in Sainte-Croix verhaftet worden.

  • Französische Behörden hatten eine Suche eingeleitet, nachdem Mia entführt worden war.

Das Bundesamt für Justiz habe die Auslieferung von Lola und Mia Montemaggi genehmigt, wurde am Donnerstag bekannt. Sie sollen in den kommenden Tagen an die französischen Justizbehörden übergeben werden, wie «24 Heures» berichtet. Die Mutter war am 18. April auf einem besetzten Fabriksgelände in Sainte-Croix festgenommen worden, wohin sie sich nach der Entführung ihrer Tochter geflüchtet hatte.

Mia Montemaggi war am 13. April von Bekannten von Lola Montemaggi mit Hilfe einer List aus dem Haus ihrer Grossmutter entführt worden, die das Sorgerecht für die Tochter hatte. Nach der Entführung fuhren drei Männer die Mutter und Mia zur Grenze, die die beiden zu Fuss überquerten. Einer der Männer, ein im Kanton Freiburg wohnhafter 41-jähriger Franzose, begleitete die Mutter danach weiter. Mutter und Tochter verbrachten die erste Nacht im B&B-Hotel in Lully, wie die Freiburger Polizei bekanntgab. Am folgenden Morgen setzten sie ihre Flucht mit einem Taxi fort, das sie nach Neuenburg brachte. Dort tauchte Lola Montemaggi mit Mia einige Tage bei einer Frau unter, bevor sie zum Kollektiv im besetzten Haus in Sainte-Croix weiterreisten.

Von Corona-Skeptikern entführt

«Die Mutter wollte am Rande der Gesellschaft leben», hatte Nicolas Heitz, der Staatsanwalt von Épinal vor einigen Tagen erklärt. Sie wurde als «sehr rebellisch» beschrieben, lehnt Impfungen ab und soll sogar Anhängerin der Verschwörungsbewegung QAnon sein. Die 28-Jährige habe sich etwa geweigert, ihre Tochter zur Schule gehen zu lassen, und empfand den Entzug des Sorgerechts über Mia im Januar als ungerecht. Die Entführer hatte sie offenbar über das Internet kennengelernt – alle lehnen die «Gesundheitsdiktatur» und die Corona-Massnahmen in Frankreich ab, wie «Le Parisien» schreibt.

Insgesamt fünf Männer wurden im Zusammenhang mit der Entführung festgenommen. Bei einem von ihnen wurden Materialien gefunden, die zum Bombenbau benötigt werden. Weitere Verhaftungen seien nicht ausgeschlossen.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, ein Trauma?

Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

(trx)

Deine Meinung