Böttrich-Merdjanowa: Mutter des «Tatort»-Vorspanns ist tot
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Böttrich-MerdjanowaMutter des «Tatort»-Vorspanns ist tot

Der «Tatort»-Vorspann ist legendär und flimmert schon seit über 40 Jahren über den Bildschirm. Jetzt ist dessen Erfinderin Kristina Böttrich-Merdjanowa 79-jährig gestorben.

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los

Es ist der berühmteste Vorspann der deutschen Fernsehgeschichte - nun ist die Erfinderin der «Tatort»-Einleitung tot. Kristina Böttrich-Merdjanowa erlag mit 79 Jahren bereits am 19. Dezember 2012 in Grünwald bei München einer längeren schweren Krankheit, sagte ihre Stieftochter Brunhilde Böttrich am Donnerstag der Nachrichtenagentur dapd. Damit bestätigte sie einen Bericht der «Süddeutschen Zeitung».

Böttrich-Merdjanowa soll am 17. Januar gemeinsam mit ihrem Mann, dem Regisseur Hans-Joachim Böttrich, beigesetzt werden. Dieser starb nur wenige Tage nach seiner Frau, am vergangenen Samstag. Bis zuletzt sei die rüstige Grafikerin tätig gewesen - ihre Krankheit sei kein Thema gewesen, erinnerte sich die Stieftochter. «Kristina selbst hat das nie besprochen, nicht mit ihrem Mann und nicht mit Freunden.»

Vorspann bleibt erhalten

Die 1933 im bulgarischen Sofia geborene Schöpferin zahlreicher Zeichentrickfilme habe zuletzt vor allem geschrieben. Ein Kochbuch habe sie erarbeitet – die Skizzen dafür seien in ihrer Muttersprache Bulgarisch verfasst.

In der Öffentlichkeit war Böttrich-Merdjanowa kaum bekannt. Ganz im Gegensatz zu ihrem erfolgreichsten Werk: Der Vorspann des «Tatorts» läuft bereits seit dem Start der ARD-Krimireihe vor mehr als 42 Jahren. Damals wurde die Grafikerin mit 2500 Deutsche Mark entlohnt, ihre Klage auf eine nachträglich höhere Vergütung scheiterte vor zwei Jahren vor dem Münchner Oberlandesgericht.

Auch nach ihrem Tod bleibt Millionen Fernsehzuschauern der charakteristische Trailer mit dem Auge im Fadenkreuz erhalten.

(los/dapd)

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