Mutter gehasst - 2,5-Mio.-Erbe ausgeschlagen
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Mutter gehasst - 2,5-Mio.-Erbe ausgeschlagen

Ein Tellerwäscher aus Sardinien hat von seiner verstorbenen Mutter 2,5 Millionen Euro geerbt. Er will aber lieber arm bleiben als von seiner Mutter irgendetwas anzunehmen.

Er war seit Jahren mit ihr zerstritten. Die Geschichte des 46- jährigen Angelo Giuseppe Piroddi sorgt in Italien für Schlagzeilen. Der Mann hatte 1989 seinen Heimatort auf Sardinien, Barisardo, verlassen, um die Welt zu sehen, nachdem er mit seinen Angehörigen gebrochen hatte.

1992 landete er in London, wo er ein neues Leben begann. In diesem Jahr schrieb er an die Mutter einen Brief: «Ich arbeite als Tellerwäscher in London und bin glücklich, lasst mich in Ruhe.»

1998 starb Piroddis Mutter im Alter von 66 Jahren. Sie hinterliess ihr ganzes Vermögen ihrem einzigen Sohn. Der Rechtsanwalt der Frau suchte lange vergebens nach dem Erben. Weil Piroddi kein Lebenszeichen von sich gab, beanspruchen die Schwestern der Toten vor wenigen Wochen die Erbschaft.

Der Rechtsanwalt appellierte daraufhin an lokale Medien, ihm zu helfen, den wahren Erben zu finden. Die «Mail on Sunday» spürte Piroddi schliesslich in Reading im englischen Berkshire auf, wo er in ärmlichen Verhältnissen lebt.

Der Tageszeitung sagte er: «Ich will dieses Geld nicht. Meine Mutter hat mir immer Probleme gemacht, als sie am Leben war. Sie macht mir jetzt auch als Tote Schwierigkeiten. Ich will so arm bleiben, wie ich bin», wird Piroddi von der Turiner Tageszeitung «La Stampa» zitiert. (sda)

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