Basel - Mutter hat sexuelle Belästigung von Kleinkind im Tram erfunden
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BaselMutter hat sexuelle Belästigung von Kleinkind im Tram erfunden

Nachdem Ende Mai in einem Basler Tram der Linie 8 ein Kleinkind von einem älteren Mann belästigt worden sein soll, zeigt nun die Auswertung der Videoüberwachung, dass der Vorfall so gar nicht stattgefunden hat.

von
Seline Bietenhard
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Ende Mai habe ein älterer Mann in einem Tram der Linie 8 ein kleines Mädchen belästigt.

Ende Mai habe ein älterer Mann in einem Tram der Linie 8 ein kleines Mädchen belästigt.

Google Street View
Auch als die Mutter den Mann angeschrien hatte, habe der Mann immer noch nicht vom Kleinkind abgelassen. Niemand von den anderen Fahrgästen soll reagiert haben.

Auch als die Mutter den Mann angeschrien hatte, habe der Mann immer noch nicht vom Kleinkind abgelassen. Niemand von den anderen Fahrgästen soll reagiert haben.

20min/Michael Scherrer
Eine sofortige Fahndung nach dem angeblichen Täter sei erfolglos geblieben. 

Eine sofortige Fahndung nach dem angeblichen Täter sei erfolglos geblieben.

20min/Michael Scherrer

Am 26. Mai habe laut einer Medienmitteilung der Basler Staatsanwaltschaft ein älterer Mann in einem Tram der Linie 8 ein kleines Mädchen belästigt. Die Mutter des Kindes, die daneben stand, habe angefangen, den Mann anzuschreien. Trotzdem habe der Mann immer noch nicht vom Kleinkind abgelassen. Niemand von den anderen Fahrgästen soll reagiert haben. Die Mutter und das Kind hätten dann das Tram bei der Kaserne, der nächsten Haltestelle, verlassen. Eine sofortige Fahndung nach dem angeblichen Täter sei erfolglos geblieben.

Wie die «Basler Zeitung» (Bezahlartikel) am Dienstag schrieb, habe aber der beschriebene Vorfall so gar nie stattgefunden. Laut Peter Gill, Mediensprecher der Basler Staatsanwaltschaft, hätten die Ermittlungen und die Auswertung der Videoaufnahmen des Trams zwischenzeitlich ergeben, dass keine strafbare Handlung stattgefunden habe. «Man verschickt in dringenden Fällen zeitnah eine Medienmitteilung, um möglichst bald den mutmasslichen Täter zu ermitteln», erklärte Gill gegenüber der «BaZ».

Dabei stütze sich die Staatsanwaltschaft unter anderem auf die Aussagen von Opfern und suche nach Zeugen. Ebenfalls müsse Hinweisen nachgegangen und überprüft werden. «Deswegen hat die Staatsanwaltschaft den Zeugenaufruf veröffentlicht, bevor das Videomaterial der Überwachungskamera im Tram ausgewertet worden sei», so Gill.

Unklar, was wirklich passiert ist

In diesem Fall stellt die BVB den Behörden das aufgezeichnete Videomaterial zur Verfügung. «Der Datenträger wird auf Anfrage nach Betriebsschluss oder an einer Endstation aus dem Tram entnommen und die Daten der Polizei oder Staatsanwaltschaft übergeben», sagt BVB-Mediensprecherin Sonja Körkel zur «Basler Zeitung».

Die Basler Staatsanwaltschaft habe die Öffentlichkeit bisher noch nicht informiert, da das entsprechende Verfahren noch nicht abgeschlossen sei, sagt Peter Gill. «Deswegen kann die Staatsanwaltschaft zurzeit keine weiteren Informationen zum Vorfall geben.»

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