Mutter holt entführte Tochter zurück in die Schweiz
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Mutter holt entführte Tochter zurück in die Schweiz

Das im Mai letzten Jahres von seinem Vater aus Bilten GL nach Thailand entführte Kleinkind ist von seiner Mutter ins Glarnerland zurückgeholt worden. Die Rechtsanwältin der Frau ist von der Arbeit der Schweizer Botschaft enttäuscht.

Der Vater hatte seine inzwischen zweieinhalbjährige Tochter nach der Trennung von seiner Frau im Mai 2007 mit nach Thailand genommen. Doch das Kantonsgericht sprach anfangs Juli seiner Mutter, einer im Kanton Glarus lebenden Thailänderin, das alleinige Sorgerecht zu.

Diese Verfügung konnte dem Vater anfangs März durch die Schweizer Botschaft zugestellt werden. Wie die Glarner Ausgabe der «Südostschweiz» am Mittwoch berichtete, ist das Kind nun von seiner Mutter in die Schweiz zurückgebracht worden. Die beiden trafen am späten Dienstagabend auf dem Flughafen Zürich ein.

Kind ist wohlauf

Das Mädchen habe abgenommen, sei aber wohlauf, erklärte die Rechtsanwältin der Mutter, Dorothea Speich, auf Anfrage der SDA. Sie bestätigte, entscheidende Hilfe habe ihre Mandantin von einer Privatperson erhalten, die den Vater drei Wochen lang habe überwachen lassen und der Botschaft Informationen weitergeleitet habe.

Weil der Mann in Erfahrung brachte, dass der Vater untertauchen wollte, baten Mutter und Helfer die thailändische Polizei um Hilfe. Die Beamten verhafteten am vergangenen Donnerstag den Vater, der der Öffentlichkeit noch im Februar hatte weismachen wollen, dass sein Kind an einer schweren Erkrankung gestorben sei.

Die Polizei übergab das Mädchen der Mutter. Nach Rücksprache mit der Schweizer Botschaft sei der Mann wieder freigelassen worden, sagte Speich. Die Botschaft habe erklärt, es liege nichts gegen ihn vor.

Die Rechtsanwältin ist von der Arbeit der Botschaft enttäuscht. Alle Anträge zur Rückführung des Kindes, die man aus der Schweiz stellen könne, seien erfolgt. Als daraufhin nichts passiert sei, habe sich der Privatmann eingeschaltet. Ihm ist laut Speich die Rückkehr des Kindes in erster Linie zu verdanken.

(sda)

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