Emmanuel Gnagne: Mutter kommt aus Haft frei
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Emmanuel GnagneMutter kommt aus Haft frei

Die guten Nachrichten für Emmanuel Gnagne reissen nicht ab: Der Gymi-Schüler darf nicht nur vorläufig in der Schweiz bleiben, nun wird auch seine Mutter aus der Ausschaffungshaft entlassen.

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amc
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Der Kantischüler Emmanuel Gnagne (18) muss am Samstag nicht ausreisen.

Der Kantischüler Emmanuel Gnagne (18) muss am Samstag nicht ausreisen.

Die über 2100 Facebookmitglieder der Gruppe «Wir sind gegen die Ausweisung von Emmanuel Gnagne!!!» dürften stolz sein auf ihren Erfolg. Nachdem sie vor wenigen Tagen eine regelrechte Unterstützungskampagne für den Kanti-Schüler lanciert hatten, können sie nun bereits den zweiten Erfolg feiern:

Nachdem am Donnerstagabend klar wurde, dass der 18-jährige Ivorer vorläufig bleiben darf, kommt nun auch seine Mutter frei.

Sie war Ende August in Ausschaffungshaft gesetzt worden. Emmanuel und seine Geschwister waren seither auf sich gestellt gewesen. Dank des Härtefallgesuchs, welches die Familie eingereicht hat, darf nun die Mutter aus der Haft und der Sohn weiter an der Schule bleiben. Vorläufig, teilte der Verein Netzwerk Asyl Aargau gegenüber 20 Minuten Online mit. Die Ausschaffung ist nur so lange aufgeschoben, bis der Entscheid steht - das kann bis zu einem halben Jahr dauern. Wie lange es aber letztlich wirklich dauert, ist offen.

Die Freude dürfte grenzenlos sein bei der Familie: Die Flugtickets für die Rückreise sind bereits gebucht gewesen und Emmanuel, seine Mutter und drei Geschwister hätten am Samstag fliegen müssen. «Die Flugtickets sind am Donnerstagabend annulliert worden», teilte der Rektor der Kantonsschule Baden, Hans Rudolf Stauffacher, auf Anfrage von 20 Minuten Online mit. «Wir sind alle froh», so der Rektor weiter, «dass Emmanuel weiter in die Schule gehen kann.»

Eine Erfolgsgeschichte vor dem Ende

Den Lebenslauf von Emmanuel Gnagne bezeichnen nicht nur seine Mitschüler als Erfolgsgeschichte: Als 13-Jähriger in die Schweiz gekommen, wurde er zunächst in die Realschule eingeteilt. Langsam und unermüdlich schaffte er den Weg in die Sekundarschule und besucht seit August die 1. Klasse der Kantonsschule Baden.

Eine Ausschaffung hätte den Schüler vor eine ungewisse Zukunft gestellt. Zusammen mit seiner Familie sollte er in die Elfenbeinküste zurückkehren. Sein Vater ist 2005 verstorben. Seine Mutter war seit Ende August in Ausschaffungshaft gewesen. Seine Verwandten in seiner Heimat kennt er kaum, Kontakt zu ihnen gibt es nicht. Die Familie ist mittellos.

Der Fall von Emmanuel Gnagne erinnert an Olivier Cayos: Der 22-jährige Ivorer hätte trotz seiner herrvoragenden schulischen Leistungen ausgeschafft werden sollen. Dank einer gross angelegten Presseaktion wurde sein Fall bekannt und selbst SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner sprach sich für sein Bleiberecht aus. Inzwischen konnte er sein Studium an der Uni Neuenburg beginnen. Ob er in der Schweiz bleiben wird oder nicht, ist allerdings immer noch offen. Sein Härtefallgesuch wird noch geprüft.

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