Aktualisiert 05.08.2008 16:33

BabyklappeMutter richtet «liebevolle Worte» an ihr Baby

Beim neugeborenen Mädchen, das am Freitag in Einsiedeln ins Babyfenster gelegt wurde, lag eine Botschaft der Mutter. Sie richtet darin zärtliche Worte an ihr Baby und erklärt, weshalb sie das Kind nicht behalten möchte.

von
Anja Grünenfelder

Das Mädchen ist wenige Tage alt, wiegt 3200 Gramm und ist kerngesund. Dies bestätigt Dominik Müggler, Präsident der Stiftung Schweizerische Hilfe für Mutter und Kind. Die Mutter hat den Säugling am Freitag ins Babyfenster des Regionalspitals Einsiedeln gelegt und ihm eine Botschaft hinterlassen, wie Radio 1 meldete. «In der Botschaft richtet sie liebevolle Worte an das Kind», sagt Müggler gegenüber 20 Minuten Online. In der Botschaft erwähnt die Mutter auch, weshalb sie das Kind nicht mehr haben wollte. Auskünfte über den genauen Inhalt will Müggler nicht geben.

Keine Hinweise auf die Mutter

Zurzeit wird das Neugeborene im Spital in Einsiedeln betreut. Es gibt noch keine Hinweise, wer die Mutter sein könnte. Gemäss Müggler ist der Amtsvormund bereits bestimmt worden. Die Vormundschaftsbehörde in Einsiedeln ist dazu verpflichtet, mindestens einen Aufruf zu starten und sucht dann nach einer passenden Pflegefamilie.

Ist eine Pflegefamilie gefunden, wird das Kind für ein paar Wochen dort leben. Dann wird das Adoptionsverfahren eröffnet, das in der Regel mindestens ein Jahr dauert. So lange hat die Mutter Zeit sich zu melden. Falls sie dies tut, wird bei ihr und dem Kind ein DNA-Test durchgeführt, um zu überprüfen, ob es sich auch um die leibliche Mutter handelt.

In zwei Fällen haben sich Eltern gemeldet

Bei dem Mädchen handelt es sich um den vierten Säugling, der ins Babyfenster in Einsiedeln gelegt wurde. In zwei von drei der vergangenen Fälle haben sich die Eltern oder die Mutter gemeldet. Ob aufgrund des einmaligen Aufrufs der Vormundschaftsbehörde, der Medienberichte oder sonstigen Überlegungen, kann Müggler nicht sagen.

Können Sie nachvollziehen, wenn eine Mutter ihr Kind abgibt? Oder standen Sie selbst schon vor dieser Entscheidung? Schreiben Sie uns an feedback@20minuten.ch.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.