Aktualisiert 13.08.2009 16:49

Deutscher KinderschänderMutter sah Missbrauch der Söhne im TV

Der Kinderschänder Christoph G. ist laut Staatsanwaltschaft schon bei der Ausstrahlung der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY ... ungelöst» erkannt worden.

Auf den vom Bundeskriminalamt zur Verfügung gestellten Sequenzen aus kinderpornografischen Videos des Täters habe die Mutter der beiden missbrauchten Jungen «zum Teil ihre ehemalige Wohnung wiedererkannt», teilte die Staatsanwaltschaft Trier am Donnerstag mit.

Daraufhin habe die Mutter den früheren Turnlehrer bei der Polizei identifiziert, erklärten die Ermittler. Am 6. August hatte sich der 37-Jährige aus Mayen in der Eifel nach einer beispiellosen Fernseh- und Internet-Fahndung in Sonthofen im Allgäu gestellt, wo er in der Sommersaison als Kellner arbeitete.

Vater identifizierte seine Söhne

Am selben Tag sei der Vater der beiden Kinder von der Kriminalinspektion Mayen vernommen worden und habe sich dabei auch mehrere der veröffentlichten Videosequenzen angesehen: «Hierbei identifizierte er seine Söhne auf mehreren Dateien», sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Jürgen Brauer. Auch habe man bei dieser Gelegenheit den ersten Kontakt zu den beiden missbrauchten Jungen aufgenommen.

Die «Bild»-Zeitung zitierte die Mutter am Donnerstag mit den Worten: «Diese Bilder sind so furchtbar für eine Mutter. Die Videoaufnahmen konnte ich mir nicht mehr ansehen, das hätte ich nicht ertragen.» Die Familie habe G. seit vier Jahren gekannt: «Wir waren neu im Dorf. Eine Bekannte brachte ihn mit. Er war sympathisch. Noch am selben Tag lud er unsere Kinder in den Turnverein ein», sagte sie demnach weiter. Am Anfang habe er den Kindern kleinere Geschenke mitgebracht, «später schenkte er ihnen sogar Fahrräder», sagte die Mutter laut «Bild» weiter.

Videokassetten, DVDs und CDs müssen ausgewertet werden

Die Staatsanwaltschaft Trier hatte das Ermittlungsverfahren zuvor von der Staatsanwaltschaft Giessen übernommen; ermittelt wird wegen des Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs. Auf einer Pressekonferenz erklärten die Ermittler am Nachmittag, G. sei bereits 2007 wegen des Besitzes und der Verbreitung kinderpornografischer Schriften zu einer Haftstrafe von neun Monaten verurteilt worden, die aber zur Bewährung ausgesetzt worden sei. Bereits im Jahr zuvor habe er unter Missbrauchsverdacht gestanden, was aber nicht zu einer Verurteilung geführt habe.

Jetzt müssten unter anderem VHS-Kassetten, DVDs und CDs ausgewertet werden, die bei der Durchsuchung der Täter-Wohnung sichergestellt worden seien. In dessen Hotelzimmer in Sonthofen seien zudem eine Videokamera, ein Rechner und 15 bis 20 DVDs gefunden worden, die ebenfalls ausgewertet werden müssten. Die Ermittlungen erstreckten sich auch auf Hinweise aus der Bevölkerung sowie mögliche weitere Missbrauchsfälle. Auch mögliche Vorfälle in von G. geleiteten Jungendgruppen in den drei Orten Polch, Kaisersesch und Mayen würden untersucht.

Der Schänder schweigt

G. selbst, der derzeit in Kempten in Haft sitzt und demnächst nach Rheinland-Pfalz gebracht werden soll, schweigt bisher. Sein Anwalt hat angekündigt, nach Akteneinsicht Stellung zu nehmen. (dapd)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.