Aktualisiert 07.10.2019 12:39

Witwenrente gekürztMutter und Kind zahlen für den Fehler des Vaters

Weil einer Witwe und ihrem Sohn nach dem Unfalltod des Vaters die Hinterlassenen-Rente um die Hälfte gekürzt wurde, wehrten sie sich vor Gericht – und mussten eine Niederlage einstecken.

von
sul
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Ein Berner Töfffahrer verlor bei einem Verkehrsunfall am 16. Juni 2017 im Kanton Graubünden sein Leben.

Ein Berner Töfffahrer verlor bei einem Verkehrsunfall am 16. Juni 2017 im Kanton Graubünden sein Leben.

Kapo Graubünden
Beim Überholen auf der Oberalpstrasse prallte er seitlich-frontal in ein entgegenkommendes Auto.

Beim Überholen auf der Oberalpstrasse prallte er seitlich-frontal in ein entgegenkommendes Auto.

Die Unfallversicherung Allianz kürzte die Hinterlassenenrenten der Witwe und ihres Sohnes um die Hälfte.

Die Unfallversicherung Allianz kürzte die Hinterlassenenrenten der Witwe und ihres Sohnes um die Hälfte.

Keystone/Walter Bieri

Der schwere Verkehrsunfall ereignete sich am 17. Juni 2017 zwischen Trin und Tamins im Kanton Graubünden: Mit seinem Töff überholte ein Berner erst einen BMW und dann noch einen Lastwagen. In der leichten Kurve übersah er einen Subaru, der ihm entgegenkam. Es kam zur Kollision, bei der der Töfflenker in die Leitplanke geschleudert wurde und noch vor Ort verstarb.

Die Unfallversicherung Allianz kürzte der 35-jährigen Witwe und ihrem achtjährigen Sohn die Hinterlassenen-Rente um die Hälfte – und damit um das gesetzlich erlaubte Maximum. Damit erhalten sie 1019 Franken weniger pro Monat. Die Begründung der Versicherung: Der Verstorbene habe die Verkehrsregeln grob verletzt und sich «bedenkenlos über die Interessen der anderen Verkehrsteilnehmer hinweggesetzt».

Höhe der Kürzung sei Sache der Versicherungen

Weil sich die Hinterbliebenen gegen die Rentenkürzung wehrten, kam die Sache vor das Verwaltungsgericht. Dieses erachtet das Vorgehen der Allianz jedoch als rechtens, wie die «Berner Zeitung» berichtet. Punkto Rentenkürzungen gelte je nach Versicherung eine andere Praxis – die Höhe zu bestimmen, sei Sache der Versicherungen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Ob die Frau es weiterzieht, ist laut ihrem Anwalt noch offen.

Was halten sie vom Entscheid der Versicherung und des Verwaltungsgerichts? Erzählen Sie es uns in der Kommentarspalte.

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