17.01.2019 06:57

Flughafen Zürich Mutter verpasst Flug, weil dieser Zettel fehlte

Eine Mutter verpasste ihr Flugzeug, weil der Buggy ihrer Tochter nicht mit einem Label versehen war. Sie hätte sich erkundigen sollen, findet man beim Flughafen.

von
som
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E. H. kam fast zwei Stunden vor ihrem Flug nach Berlin mit dem Zug am Flughafen Zürich an.

E. H. kam fast zwei Stunden vor ihrem Flug nach Berlin mit dem Zug am Flughafen Zürich an.

Keystone/Gaetan Bally
Viel Zeit also, zumal H. schon online eingecheckt hatte und nur mit Handgepäck reiste. «Ich deckte mich noch kurz in der Migros mit Proviant ein, zum Check-in musste ich ja nicht mehr.»

Viel Zeit also, zumal H. schon online eingecheckt hatte und nur mit Handgepäck reiste. «Ich deckte mich noch kurz in der Migros mit Proviant ein, zum Check-in musste ich ja nicht mehr.»

Keystone/Melanie Duchene
Doch als sie über eine Stunde vor dem Flug zum Abflugbereich gehen wollte, stellte sich dies als Irrtum heraus. Noch vor der Sicherheitskontrolle musste sie ihr Billett zeigen.

Doch als sie über eine Stunde vor dem Flug zum Abflugbereich gehen wollte, stellte sich dies als Irrtum heraus. Noch vor der Sicherheitskontrolle musste sie ihr Billett zeigen.

Flughafen Zürich AG

E. H.* wollte mit ihrer zweijährigen Tochter am 24. Dezember nach Berlin fliegen. «Ich freute mich sehr darauf, Heiligabend mit der Familie meines Mannes zu verbringen.» Um 16.25 Uhr sollte ihr Flugzeug in Richtung Tegel abheben. H.s Zug kam fast zwei Stunden vorher am Flughafen Zürich an. «Ich wollte nicht, dass ich wegen eines verspäteten Zuges den Flug verpasse.»

Viel Zeit also, zumal H. schon online eingecheckt hatte und nur mit Handgepäck reiste. «Ich deckte mich noch kurz in der Migros mit Proviant ein, zum Check-in musste ich ja nicht mehr.» Doch als sie über eine Stunde vor dem Flug zum Abflugbereich gehen wollte, stellte sich dies als Irrtum heraus. Noch vor der Sicherheitskontrolle musste sie ihr Billett zeigen. Obwohl dieses gültig war, wurde sie zurück zum Check-in-Schalter 3 geschickt.

Im ersten Moment brach eine Welt zusammen

Grund war ihr zusammenfaltbarer Kinderwagen, den man als Handgepäck zum Gate mitnehmen darf. Dieser muss aber beim Check-in-Schalter mit einem Label versehen werden. «Klar, hätte ich mich informieren sollen, aber ich habe gar nicht so weit überlegt.» Sie bettelte die Angestellte bei der Billettkontrolle an, sie trotzdem durchzulassen: «Ich wusste, dass es sonst knapp werden könnte.» Doch es gab kein Pardon. H. musste zurück zum Check-in 3, der am anderen Ende des Flughafens liegt.

«Da ich mit dem Buggy die Lifts suchen musste, brauchte ich für den Weg viel länger.» Die Schlange vor dem Check-in hielt sie weiter auf. Schliesslich erhielt sie den geforderten Kleber. Mit Kind und schwerem Rucksack hetzte sie zurück zum Abflug – wieder gab es Wartezeiten bei den Lifts und dann bei der Sicherheitskontrolle. Schliesslich war sie kurz nach vier beim Gate – doch rund 20 Minuten vor dem Abflug liess man sie nicht mehr ins Flugzeug: «Im ersten Moment brach für mich die Welt zusammen.»

Im Vorfeld des Fluges erkundigen

Immerhin konnte sie um 19 Uhr den nächsten Flieger nehmen. Das hiess, das Billett für 150 Franken umbuchen, zurück zum Check-in 3 für das Buggylabel und noch einmal durch die Sicherheitskontrolle. H. war völlig erledigt, als sie im Flugzeug sass – und immer noch sauer: «Ich finde, dass man in diesem Fall etwas mehr Augenmass hätte zeigen können. Um 23 Uhr war sie endlich bei ihren Schwiegereltern: «Das Weihnachtsfest hatte ich leider verpasst.»

Die Flughafensprecherin Sonja Zöchling Stucki bedauert den verpassten Flug. Allerdings hätte sich die Passagierin im Vorfeld des Fluges erkundigen sollen, findet sie: «Auf unserer Website ist ‹beim Thema Reisen mit Kindern› festgehalten, dass alle Kinderwagen beim Check-in angemeldet und dort mit einem Label versehen werden müssen.»

Dies erleichtere den Mitarbeitern der Bordkartenkontrolle die Arbeit, weil sie so auf Anhieb sehen, dass der Buggy am Check-in angemeldet worden ist. «Deshalb hat die Mitarbeiterin richtig gehandelt, als sie die Passagierin zurück zum Check-in schickte.» H. hätte aber das Label bei einem speziellen Schalter beim näheren Check-in 2 lösen können: «Warum sie nicht darauf aufmerksam gemacht wurde, können wir nicht mehr nachvollziehen.»

* Name der Redaktion bekannt

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