Zu drei Jahren Haft verurteilt: Mutter versteckt Schweizer Sohn in der Ukraine
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Zu drei Jahren Haft verurteiltMutter versteckt Schweizer Sohn in der Ukraine

Weil eine Mutter ihren Sohn seit 2010 in der Ukraine versteckt, ist sie wegen Freiheitsberaubung verurteilt worden. Der Vater hat seit zwei Jahren keinen Kontakt mehr zum Kind.

von
hvw
Vor drei Jahren brachte Mutter R. L. ihren Sohn in die Ukraine - und weigert sich seither, ihn zurück in die Schweiz zu holen. Dafür wurde sie zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.

Vor drei Jahren brachte Mutter R. L. ihren Sohn in die Ukraine - und weigert sich seither, ihn zurück in die Schweiz zu holen. Dafür wurde sie zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.

Im Sommer 2010 bringt Mutter R. L. ihren Sohn mit dem Einverständnis des Vaters zur Grossmutter in die Ukraine. Wenige Tage später kehrt sie allein in die Schweiz zurück und lässt das gemeinsame Kind in der Ferne. Nach den Sommerferien will der Vater den Siebenjährigen zurückholen - die Mutter weigert sich aber, wie Tele M1 berichtet. Mittlerweile leben sie getrennt voneinander.

Zweimal reist der Mann in die Ukraine, um seinen Sohn wieder in die Schweiz zu holen. Beim zweiten Mal schaffen sie es bis zum Flughafen - wo dem Kind die Ausreise verweigert wird. Seit zwei Jahren hat der Vater nun schon keinen Kontakt mehr zu seinem Sohn. «Das ist für einen Vater natürlich unfassbar hart», sagt seine Anwältin Jeanine Hollinger.

Drei Jahre Haft

R. L. sieht sich aber selber als Opfer, wie sie dem Fernsehsender sagt. Sie habe ihren Sohn in einem Jugendcamp gelassen. Zurück in der Schweiz habe ihr Mann ihr den Pass nicht gegeben. «Er hat mich ins Gefängnis gebracht.»

Das Bezirksgericht Brugg verurteilte die Frau schliesslich wegen Freiheitsberaubung und Entziehung eines Unmündigen zu drei Jahren Haft. Vom Vorwurf der Entführung wurde sie freigesprochen. Mit einer superprovisorischen Verfügung hat das Gericht das Sorgerecht vorläufig dem Vater zugesprochen.

Das Kind könne mit dem Einverständnis beider Eltern zurückgeholt werden, sagt Staatsanwältin Nicole Burger. Da aber die Einwilligung der Mutter fehle, sei das Schicksal des Buben ungewiss.

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