Kriminalstatistik SG: Mutter wollte ihre Zwillinge mit Messer töten
Aktualisiert

Kriminalstatistik SGMutter wollte ihre Zwillinge mit Messer töten

Eine Mutter aus dem Sarganserland fügte ihren beiden Kindern mit einem Messer schwere Verletzungen zu. Die Polizei gab den Vorfall ein Jahr später bekannt.

In Mels versuchte am 21. März 2014 eine Mutter, ihre Zwillinge zu töten.

In Mels versuchte am 21. März 2014 eine Mutter, ihre Zwillinge zu töten.

Der dramatische Vorfall ereignete sich bereits am 21. März 2014, wie die Kantonspolizei St. Gallen jetzt bekannt gab. Demnach hatte die Mutter ihren Kindern mit einem Messer lebensgefährliche Verletzungen zugefügt. Der Tat war offenbar ein Streit mit dem Partner vorausgegangen. Die Zwillinge überlebten die Attacke schwer verletzt, heute sind sie laut Staatsanwaltschaft wohlauf.

Den Fall hat die Kantonspolizei erst diese Woche im Rahmen ihrer Präsentation der Kriminalstatistik 2014 veröffentlicht. In diesem Zusammenhang wurden drei weitere, bisher unbekannte Fälle von versuchter Tötung publik.

Bereits verurteilt

Bereits am 18. Januar 2014 war es in Wittenbach zu einem Fall von versuchter Tötung gekommen. Ein damals 26-jähriger Mann hatte dort eine Bekannte aufgesucht und Geld von ihr gefordert. In ihrer Angst ging die Frau in die Wohnung und schickte einen ebenfalls 26-jährigen Bekannten hinaus. Diesem rammte der Täter ein Messer in den Oberschenkel.

Der 26-Jährige ist inzwischen vom Kreisgericht St. Gallen zu einer teilbedingten Haftstrafe von 18 Monaten und einer Geldstrafe verurteilt worden, unter anderem wegen mehrfacher Körperverletzung.

Am 26. Mai rammte ein damals 63-jähriger Mann aus Oberuzwil seiner Ehefrau (60) das Küchenmesser von hinten in die Schultern. Sie musste mit schweren Verletzungen ins Spital.

Am 23. Juni schliesslich packte eine 44-jährige Frau aus Uzwil in einem Ehestreit einen Hammer und schlug damit gegen den Hinterkopf ihres Mannes. Einen zweiten Schlag konnte der 41-Jährige abwehren.

Täter und Opfer kannten sich

Insgesamt sank die Zahl der Tötungsdelikte im Kanton St. Gallen von 14 im Jahr 2013 auf 6 im vergangenen Jahr. Einer der Fälle 2014 endete tödlich: Im Zuge einer Familienfehde wurde am 22. August in der El-Hidaje-Moschee in St.Gallen Winkeln ein betender Mann erschossen.

«In praktisch allen Fällen standen Opfer und Täter in einer Beziehung zueinander oder kannten sich vor der Tat», sagt der St. Galler Kripochef Stefan Kühne. «Das Tötungsdelikt aus heiterem Himmel gibt es in der Regel nicht.» (20 Minuten)

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