Aktualisiert 28.07.2004 19:56

«Muxmäuschenstill»Mux – ein Mann sieht rot

Ein Mann räumt auf: Mux möchte eine reine Welt und geht dabei über Leichen.

Mit einem Arbeitslosen als Kameramann hat Mux (Jan Henrik Stahlberg) eine persönliche Mission – die Stadt soll sauber werden: Schwarzfahrer ertappt er auf frischer Tat, Geschwindigkeitssündern geht er an den Kragen. Seine Bestrafungsmethoden sind allerdings jenseits alles Erlaubten: Einem Graffiti-Sprayer sprüht er Farbe ins Gesicht — halbblind stolpert dieser übers Gleis und wird vom Zug überfahren. Mux’ Zweimannbetrieb expandiert zur «Gesellschaft für Gemeinsinnpflege» mit mehreren Angestellten. Moralist Mux, ein Pseudo-Gesetzeshüter, der Reinheit predigt und immer befleckter dasteht. Als er seine blonde, blauäugige, jungfräuliche Freundin vom Lande, die er Mäuschen nennt, beim Sex mit einem anderen Mann erwischt, tötet er sie. Seine fundamentalistische Moral lässt ihn dies ohne weiteres verantworten.

«Muxmäuschenstill» ist eine köstliche, böse Satire, die auf mögliche Auswüchse unserer Gesellschaft hinweist. Man kann ihn aber auch als unterhaltsamen Film mit Kultcharakter bezeichnen.

Benjamin Bögli

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