Wer steckt dahinter? : Mysteriöse Angriffe auf Russlands Stützpunkte
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Wer steckt dahinter? Mysteriöse Angriffe auf Russlands Stützpunkte

Mörser und mit Sprengsätzen bestückte Drohnen: Eine Serie von Angriffen auf seine Stützpunkte in Syrien macht Russland das Leben schwer. Niemand weiss, wer dahintersteckt.

von
Ann Guenter
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Ein Drohnenschwarm warf Anfang Woche Sprengsätze über dem wichtigsten russischen Stützpunkt in Syrien ab.

Ein Drohnenschwarm warf Anfang Woche Sprengsätze über dem wichtigsten russischen Stützpunkt in Syrien ab.

Wenige Tage zuvor wurde derselbe Luftwaffenstützpunkt mit Mörsern angegriffen. Zwei russische Militärangehörige starben. Der Kreml dementierte aber, dass Flugzeuge zerstört worden seien. Fotos eines russischen Journalisten zeigen aber, dass ...

Wenige Tage zuvor wurde derselbe Luftwaffenstützpunkt mit Mörsern angegriffen. Zwei russische Militärangehörige starben. Der Kreml dementierte aber, dass Flugzeuge zerstört worden seien. Fotos eines russischen Journalisten zeigen aber, dass ...

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... von den vier taktischen Bombern, den zwei Kampfjets vom Typ SU-35c sowie vom  Transportflugzeug Antonow An-72 einige erheblich beschädigt wurden.

... von den vier taktischen Bombern, den zwei Kampfjets vom Typ SU-35c sowie vom Transportflugzeug Antonow An-72 einige erheblich beschädigt wurden.

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Erst ein Mörserangriff in der Neujahrsnacht, der zwei russische Soldaten das Leben kostete. Dann, diesen Montag, ein ganzer Drohnenschwarm – zwölf mit Sprengsätzen bestückte Flugkörper –, der die wichtigste russische Militärbasis Hamaimim in Syrien ins Visier nahm.

Neben diesem Luftwaffenstützpunkt im Nordwesten der Provinz Latakia warfen drei Drohnen Sprengsätze auf die weiter südlich gelegene Marinebasis Tartus sowie auf eine russische Basis in der Provinz Homs. All diese Angriffe – zusammengenommen die schwersten seit dem Beginn des russischen Militäreinsatzes in Syrien – passierten in den letzten zwei Wochen.

Sperrholz und Klebeband

Moskau will den Ball flach halten: Die Drohnen seien teils abgeschossen, teils gezielt zur Landung gebracht worden. Es habe weder Verletzte noch materielle Schäden gegeben.

Als Lieferant der Waffen an syrische Regierungsgegner komme nur ein «Land mit hohen technologischen Möglichkeiten der Satelliten-Navigation» in Frage, teilte das Aussenministerium mit. Die zur Verfügung gestellten Fotos zeigen indes eher simple selbstgebaute Flugapparate aus Sperrholz und Klebeband. Die Drohnen seien mehr als 50 Kilometer von den Stützpunkten entfernt gestartet worden, hiess es.

Jets nicht zerstört, aber beschädigt

Auch beim Mörserangriff in der Neujahrsnacht bemüht sich der Kreml um Schadensbegrenzung: Er wies einen Bericht des unabhängigen «Kommersant» zurück, dass mindestens sieben russische Kampfflugzeuge beim Beschuss der Basis zerstört worden seien – vier taktische Bomber vom Typ Suchoj SU-24, zwei Kampfjets vom Typ SU-35c sowie ein Transportflugzeug vom Typ Antonow An-72. Es handle sich um «Fake News», hiess es.

Fotos eines russischen Journalisten legen aber nahe, dass zumindest ein Teil der Flugzeuge getroffen und bis zur Flugunfähigkeit beschädigt wurde (siehe Bildstrecke).

Die grosse – und bislang unbeantwortete – Frage: Wer steckt hinter den Angriffen? Ungewöhnlicherweise hat sich bislang dazu niemand bekannt, was wilde Spekulationen auslöste.

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