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JapanMysteriöse Drohne landet auf Präsidentensitz

Auf dem Dach des Amtssitzes des japanischen Ministerpräsidenten wurde eine Drohne entdeckt. Jetzt will die Regierung handeln.

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Neben dem Helikopterlandeplatz auf dem Dach des Amtssitzes von Japans Ministerpräsident Shinzo Abe wurde eine Drohne gefunden.

Neben dem Helikopterlandeplatz auf dem Dach des Amtssitzes von Japans Ministerpräsident Shinzo Abe wurde eine Drohne gefunden.

Keystone/AP/Tsuyoshi Ueda
Von der Drohne gehe eine leichte radioaktive Strahlung aus, berichten Medien. Auf dem Gerät sei zudem ein Warnhinweis angebracht. Dutzende Polizisten versammelten sich nach dem Fund um das abgedeckte Gerät.

Von der Drohne gehe eine leichte radioaktive Strahlung aus, berichten Medien. Auf dem Gerät sei zudem ein Warnhinweis angebracht. Dutzende Polizisten versammelten sich nach dem Fund um das abgedeckte Gerät.

AFP/Jiji Press
Die Strahlungen seien allerdings nicht für den Menschen schädlich, berichten die Medien weiter.

Die Strahlungen seien allerdings nicht für den Menschen schädlich, berichten die Medien weiter.

Keystone/AP/Kota Endo

Auf dem Dach des Büros von Japans Ministerpräsident Shinzo Abe ist eine kleine Drohne gefunden worden. Die Polizei teilte am Mittwoch mit, es sei noch nicht klar, wer für das unbemannte Fluggerät verantwortlich sei. Der Regierungschef hielt sich zu diesem Zeitpunkt auf einer Konferenz in Indonesien auf.

Berichte über Verletzungen oder Schäden im Zusammenhang mit der Drohne gab es nicht. Die Polizei ging der Möglichkeit nach, dass das Gerät während eines Flugs abgestürzt war. Wann es Beim Helikopterlandeplatz auf dem Dach gelandet war, war zunächst unklar. Medienberichten zufolge wurde die Drohne am Mittwoch von einem Beamten entdeckt, der neue Mitarbeiter mit auf eine Tour durch das Büro Abes in Tokio nahm.

Symbol warnt vor radioaktivem Material

Zunächst wurde der Zwischenfall lediglich als Unfall betrachtet. Doch dann gab es Berichte, wonach Beamte Spuren von Strahlung von der Drohne entdeckt hätten. Die Strahlenwerte seien aber vermutlich für den Menschen nicht schädlich, hiess es. Fernsehaufnahmen zeigten mehrere uniformierte Polizisten ohne Schutzanzüge, die eine blaue Plastikbox mit dem Fluggerät für eine weitere Untersuchung davontrugen.

Videoaufnahmen des Senders NHK hatten zuvor Dutzende Polizisten und Beamte um die Drohne herum gezeigt, die mit einer blauen Plane bedeckt war. Das Fluggerät hatte einen Durchmesser von rund 50 Zentimetern und war mit vier Propellern ausgestattet. Zudem hatte es laut NHK eine kleine Kamera und etwas, das wie ein Leuchtsignal aussah. Dekoriert war die Drohne mit einem Symbol, das vor radioaktivem Material warnt.

Regierung prüft Regulierung

In Japan werden kleine Drohnen immer populärer. Häufig werden die Geräte für Vorführungen, Luftaufnahmen und andere Zwecke eingesetzt. Bisher gibt es fast keine gesetzlichen Einschränkungen für das Fliegenlassen von unbemannten Flugkörpern unterhalb einer Höhe von 250 Metern. Ausnahmen gibt es ledglich bei Flugrouten. Der jüngste Vorfall lässt die japanische Regierung über die Zulassung der unbemannten Flugkörper nachdenken. Kabinettssekretär Yoshihide Suga sagte am Mittwoch auf der Regierungspressekonferenz, es bestehe die Möglichkeit, dass Drohnen für Terrorangriffe eingesetzt werden könnten.

Zwar sei am Mittwoch niemand verletzt worden, die Landung sei aber ein Weckruf angesichts der Probleme, die Drohnen für die Sicherheit darstellen könnten. «Den jüngsten Zwischenfall in Betracht ziehend werden wir die Drohnen-Nutzung analysieren und Massnahmen angesichts möglicher Terrorangriffe mit Drohnen prüfen», sagte Suga.«Wir werden unser Äusserstes tun, um Terrorangriffe zu verhindern.»

In den USA hatte kürzlich die Landung einer Drohne auf dem Gelände des Weissen Hauses eine Sicherheitsdebatte ausgelöst. Sie war von einem Sicherheitsbeamten in seiner Freizeit gesteuert worden, der die Kontrolle über das Fluggerät verloren hatte. (sda)

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