Mysteriöse Flüge: Liefert Xi Jinping Waffen an Wladimir Putin?

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Antonov-MaschinenMysteriöse Luftbrücke von China nach Russland – liefert Xi Waffen an Putin?

In der letzten Woche sollen Frachtflugzeuge mehrmals zwischen Moskau und China verkehrt sein. Die Maschinen schalten beim Rückflug oft ihre Transponder aus, um nicht getrackt werden zu können.

von
Benedikt Hollenstein
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Zwischen China und Russland verkehren derzeit auffällig viele Antonov-Frachtflugzeuge. Im Bild eine An-124 bei der Landung am Militärflugplatz Emmen.

Zwischen China und Russland verkehren derzeit auffällig viele Antonov-Frachtflugzeuge. Im Bild eine An-124 bei der Landung am Militärflugplatz Emmen.

20 Minuten
Beobachter gehen anhand der Orte, an denen die Maschinen in China landen, davon aus, dass die Flugzeuge Militärgüter nach Russland transportieren.

Beobachter gehen anhand der Orte, an denen die Maschinen in China landen, davon aus, dass die Flugzeuge Militärgüter nach Russland transportieren.

imago images/SNA
Tatsächlich berichten chinesische Augenzeugen davon, dass Helme, Kleider und Körperpanzerung in die Maschinen geladen worden seien.

Tatsächlich berichten chinesische Augenzeugen davon, dass Helme, Kleider und Körperpanzerung in die Maschinen geladen worden seien.

IMAGO/IlluPics

Darum gehts

  • In den letzten Wochen verkehren mehr und mehr Transportflugzeuge zwischen China und Russland.

  • Augenzeugen berichten, dass die Antonovs mit Helmen und Panzerungen beladen worden seien.

  • Am G-20-Gipfel unterzeichnete die Regierung von Xi Jinping noch eine russlandkritische Erklärung.

Am Gipfeltreffen der Regierungschefs, dessen 17. Ausgabe bis Mitte November in Bali stattfand, schlug die chinesische Regierung gegenüber Russland überraschend scharfe Töne an. So unterzeichnete die Regierung gar eine russlandkritische Abschlusserklärung und stellte sich somit auf die Seite der G-20-Nationen. Wladimir Putin schickte seinen Aussenminister Sergei Lawrow zum Treffen.

Antonovs landen in Industriestädten

Doch hinter den Kulissen scheinen die beiden Nationen fleissig zu kooperieren. Wie das ukrainische News-Portal «Defense Express» berichtet, seien in der letzten Woche mehrmals Frachtflugzeuge zwischen Moskau und Peking verkehrt. Schon zuvor gab es vereinzelte Meldungen zu Frachtflügen von China nach Russland, diese scheinen nun deutlich häufiger vorzukommen. Flugdaten implizieren, dass es sich bei der Fracht um chinesisches Militärequipment für die Truppen des Kremls handeln dürfte. Denn die Maschinen landen in Städten wie Zhengzhou und Urumtschi, die beide grosse Logistik- und Industriezentren darstellen und über diverse Niederlassungen von Rüstungsfirmen verfügen.

Für die Transporte nutzen die Russen offenbar Antonov An-124-Flugzeuge. Das grosse Frachtflugzeug wurde gegen Ende der 1970er vom damals sowjetischen Antonov-Büro zum Transport von Soldaten entworfen. Später wurde auf Basis der An-124 die An-225 Mrija entwickelt. Das weltgrösste Frachtflugzeug erlangte zu Beginn des Krieges traurige Bekanntheit, als das einzige flugfähige Exemplar in Hostomel durch die russischen Truppen zerstört wurde. Antonov hat seither aber immer wieder bekräftigt, eine zweite, zuvor nie vollendete An-225 fertigzubauen.

Transponder deaktiviert

Flugtracker wie Flightradar24.com konnten in den letzten sieben Tagen neun Flüge nach China und drei Rückflüge nach Russland verzeichnen, wie «Focus Online» berichtet. Grund für die Diskrepanz zwischen Hin- und Rückflügen dürfte der Umstand sein, dass die Antonov-Piloten auf dem Heimweg in Richtung Moskau die Transponder der Flugzeuge deaktivierten, um eine Aufzeichnung des Flugverlaufs zu verhindern. Wie chinesische Augenzeugen berichten, seien unter anderem Helme, Kleider und Körperpanzer in die Flugzeuge verladen worden.

Sollte China nun also tatsächlich Waffen an den Kreml liefern, würde dies wohl einen Wendepunkt darstellen. Zwar erhält Russland schon jetzt Waffen aus dem Ausland, so etwa Drohnen und mutmasslich auch Raketen aus dem Iran. Chinas Armee ist allerdings weit grösser und massiv besser ausgerüstet und könnte die russischen Truppen mit hochmodernen Waffensystemen eindecken. Eines haben der Iran und China aber derzeit gemeinsam: Beide Länder werden von teils massiven Protesten erschüttert. Während in Xi Jinpings Reich immer mehr Leute auf die Strassen gehen, um gegen die brutale Corona-Politik der kommunistischen Regierungspartei zu protestieren, demonstrieren im Iran weiterhin täglich Tausende für mehr Frauenrechte und gegen das Mullah-Regime. 

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