Aktualisiert 28.06.2016 09:47

Südsudan

Mysteriöse Seuche fordert erste Todesopfer

Kaum ist Ebola überstanden, taucht schon eine nächste Epidemie auf. Das Problem: Über den Erreger weiss man noch nichts.

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In Ostafrika sind mehr als 60 Menschen an einem unbekannten hämorrhagischen Fieber erkrankt, zehn von ihnen starben. Experten sind besorgt, denn über den Erreger ist bislang nichts bekannt. Bei anderen Infektionskrankheiten ist das anders. (Im Bild: Frau trauert um Ebola-Opfer)

In Ostafrika sind mehr als 60 Menschen an einem unbekannten hämorrhagischen Fieber erkrankt, zehn von ihnen starben. Experten sind besorgt, denn über den Erreger ist bislang nichts bekannt. Bei anderen Infektionskrankheiten ist das anders. (Im Bild: Frau trauert um Ebola-Opfer)

epa/Ahmed Jallanzo
Infektionskrankheiten weltweit:Zika-Virus: Es wird von der Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) übertragen. Zudem gibt es Hinweise  darauf, dass auch die Asiatische Tigermücke dereinst das Virus übertragen könnte. Es wird für Tausende Fälle von Mikrozephalie bei Babys  verantwortlich gemacht.

Infektionskrankheiten weltweit:Zika-Virus: Es wird von der Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) übertragen. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass auch die Asiatische Tigermücke dereinst das Virus übertragen könnte. Es wird für Tausende Fälle von Mikrozephalie bei Babys verantwortlich gemacht.

Percio Campos
Zika-Virus-Verbreitung: Bis 2007 waren weniger als 15 Infektionen beim Menschen bekannt. Alle Fälle wurden in Afrika oder Südostasien nachgewiesen. Doch seit vergangenem Jahr breitet es sich zunehmend auch in Süd- und Nordamerika aus. Im Januar 2016 ist es in 21 der 55 Länder des Kontinents präsent.

Zika-Virus-Verbreitung: Bis 2007 waren weniger als 15 Infektionen beim Menschen bekannt. Alle Fälle wurden in Afrika oder Südostasien nachgewiesen. Doch seit vergangenem Jahr breitet es sich zunehmend auch in Süd- und Nordamerika aus. Im Januar 2016 ist es in 21 der 55 Länder des Kontinents präsent.

CDC

An Leid sind die Menschen im Südsudan gewöhnt: Vor und nach der Unabhängigkeit 2011 wurde das Land von brutalen Kriegen erschüttert. Aber damit nicht genug: Seit Anfang 2016 rafft auch noch eine mysteriöse Seuche die Leute dahin.

Obwohl die Symptome – Fieber, Erbrechen und Blutungen – stark an hämorrhagische Fieber wie Ebola oder Gelbfieber erinnern, handelt es sich um keine der beiden Infektionskrankheiten. Das haben Analysen von Blutproben ergeben. Auch das Marburg- sowie das Krim-Kongo-Virus (siehe Bildstrecke) konnten so bereits ausgeschlossen werden.

Angst vor weltweiter Ausbreitung

Um welchen Erreger es sich stattdessen handelt, wissen die zu Rate gezogenen Experten jedoch auch sechs Monate nach Ausbruch nicht. Sie vermuten aber, dass es sich um ein weiteres durch Stechmücken übertragenes Virus handelt. Hinweise darauf, dass die Krankheit von Mensch zu Mensch überspringt, gibt es bislang nicht.

Zwar ist die Zahl der bislang registrierten Fälle – 52 Infizierte und zehn Tote, hauptsächlich Kinder und Jugendliche – nicht besorgniserregend hoch, dennoch hat sich die Weltgesundheitsorganisation eingeschaltet (Bericht hier als PDF). Der Grund: Sollte der neue Erreger tatsächlich von Moskitos übertragen werden, könnte sich die Krankheit – ähnlich wie Zika – dank der schlimmen Zustände im Südsudan innerhalb weniger Jahrzehnte weltweit verbreiten.

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