15.09.2020 12:34

Deutsche PostMysteriöse SVP-Flyer aus Deutschland fluten Briefkästen

Ein Versand, der für ein Ja zur BGI wirbt, gelangte durch die Deutsche Post in Schweizer Briefkästen. Damit habe man nichts zu tun, so die SVP.

von
Pascal Michel
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Solche Briefe erhielten derzeit einige Schweizer Haushalte.

Solche Briefe erhielten derzeit einige Schweizer Haushalte.

Leser-Reporter
Verschickt wurden sie von der Deutschen Post.

Verschickt wurden sie von der Deutschen Post.

Leser-Reporter
Bei der SVP-Kampagnenleitung hat man keine Kenntnisse vom besagten Versand. «Der Inhalt entspricht keiner Drucksache von uns, ausser dem Logo, aber das ist überall erhältlich.» 

Bei der SVP-Kampagnenleitung hat man keine Kenntnisse vom besagten Versand. «Der Inhalt entspricht keiner Drucksache von uns, ausser dem Logo, aber das ist überall erhältlich.»

KEYSTONE

Darum gehts

  • Derzeit wundern sich viele Leser: Was soll ein SVP-Flyer, der von der Deutschen Post verschickt wird?
  • Ausgerechnet die SVP beauftrage die Deutsche Post, spottet ein Leser.
  • Die SVP jedoch sagt, sie habe damit nichts zu tun.
  • Man berücksichtige wenn immer möglich Schweizer Unternehmen.

Der Abstimmungskampf zu den Vorlagen vom 27. September geht in die heisse Phase. Dabei erhielten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger jüngst nicht nur das SVP-Extrablatt, das sie von einem Ja zur Begrenzungsinitiative überzeugen sollte. Viele 20-Minuten-Leser fanden in den letzten Tagen auch einen Brief sowie einen A4-Flyer mit dem Logo der Ja-Kampagne im Briefkasten. So gar nicht zu den Argumenten der Volkspartei passt aber, dass der Brief von der Deutschen Post verschickt wurde, wie im Briefkopf ersichtlich wird. Ein Absender jedoch ist nicht vermerkt.

«Wo ist da die Logik?»

«Eines der Hauptargumente für die Initiative ist, dass anscheinend die Schweizer ihre Arbeitsplätze verlieren wegen der Ausländer», sagt ein Leser. «Und jetzt beauftragt die SVP ausgerechnet ein deutsches Unternehmen – diese Logik soll mir mal jemand erklären.»

Bei der SVP-Kampagnenleitung hat man keine Kenntnisse vom besagten Versand. «Der Inhalt entspricht keiner Drucksache von uns, ausser dem Logo, aber das ist überall erhältlich», sagt SVP-Nationalrätin Esther Friedli. Da die Begrenzungsinitiative auf breite Zustimmung stosse, gebe es verschiedene Personen und Gruppierungen, die einen Beitrag für ein Ja leisten wollten. «Die SVP macht auf keinen Fall einen Versand über die Deutsche Post. Wir berücksichtigen wenn immer möglich Schweizer Unternehmen, so auch die Schweizerische Post.»

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702 Kommentare
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Warumerhalteichdenbrief

16.09.2020, 20:18

Habe diesen Brief ebenfalls erhalten, habe jedoch den Ausweis C? Also abstimmen kann ich nicht oder hab ich was verpasst

Jänu

16.09.2020, 18:13

Ich habe diesen Brief schon 3 Mal erhalten. 2 Mal sogar an einem Tag und heute kam nochmal einer. Sehr mühsam... Wenns einmal wäre ginge es aber gerade 3 Mal...

Überraschung

16.09.2020, 09:46

Die enge Zusammenarbeit zwischen AfD und SVP ist längst bekannt. So unterstützte gemäss Berichten die Dübendorfer Agentur des SVP-Hauswerbers Alexander Segert den AfD-Politiker Guido Reil bei einer Plakat-Kampagne im Gesamtwert von 44'500 Euro im Landtagswahlkampf 2017. Die Wahl-Schweizerin Alice Weidel, Fraktionsvorsitzende der AfD im Deutschen Bundestag, mit Lebensmittelpunkt in der Schweiz ist von der SVP begeistert, kopierte einst deren Wahlprogramm.