Corona Fälle Antarktis – Mysteriöser Covid-19-Ausbruch auf Antarktis-Forschungsstation
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Corona Fälle Antarktis Mysteriöser Covid-19-Ausbruch auf Antarktis-Forschungsstation

Trotz der Abgeschiedenheit haben sich zwei Drittel des Personals der Prinzessin-Elisabeth-Station infiziert. Alle befinden sich bis zum 12. Januar in Quarantäne.

von
Philippe Coradi
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Zwei Drittel der Forschenden in der Princess Elisabeth Antarctic Station wurden positiv auf Corona getestet.

Zwei Drittel der Forschenden in der Princess Elisabeth Antarctic Station wurden positiv auf Corona getestet.

René Robert - International Polar Foundation
Wahrscheinlich war das Virus von Südafrika aus «mitgereist». 

Wahrscheinlich war das Virus von Südafrika aus «mitgereist».

René Robert - International Polar Foundation
Dies, obwohl alle Angereisten auf ihrem Weg mehrfach getestet wurden und Quarantänetage einhalten mussten. 

Dies, obwohl alle Angereisten auf ihrem Weg mehrfach getestet wurden und Quarantänetage einhalten mussten.

René Robert - International Polar Foundation

Darum gehts

  • Obwohl sie sich in der Antarktis befindet, dem wohl abgelegensten und isoliertesten Ort der Welt, wurden zwei Drittel der Belegschaft der Prinzessin-Elisabeth-Polarstation positiv auf Corona getestet.

  • Die Verantwortlichen der Basis gehen davon aus, dass das Virus über Südafrika in die Antarktis gelangt ist.

  • Bis zum 12. Januar ist die Station nun isoliert – niemand darf von dort weg oder hinein.

Sie arbeiten im Dienst der Wissenschaft am südlichsten Ende der Welt, abgeschieden von jeder Zivilisation. Und doch wurden vorerst drei Forschende der Princess Elisabeth Antarctic Station in der Antarktis positiv auf das Corona-Virus getestet.

Der erste Fall wurde am 14. Dezember auf der Station registriert. Bei einer Person, die eine Woche davor per Transportflug auf der Station angekommen war. Sie wurde sofort isoliert, doch Tage später wurden drei weitere Personen positiv getestet und umgehend von der Station evakuiert. Auch sie waren mit demselben Transportflug angereist.

Innert Tagen zwei Drittel positiv

Doch all diese Massnahmen konnten die Verbreitung laut der belgischen Zeitung «Soir» nicht aufhalten: Zwei Drittel der 30 anwesenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern haben sich über Weihnachten angesteckt. 25 von ihnen arbeiten in der Station, fünf sind auf einer Expedition. Keiner von ihnen leide jedoch derzeit an schweren Symptomen. Sie werden von zwei Notärzten betreut und es seien vor Ort alle notwendigen Materialien für eine Behandlung (einschliesslich einer Intubation) vorhanden.

Virus kam via Südafrika in die Antarktis

Die Verantwortlichen der Station gehen davon aus, dass trotz mehrfachen Testens der Forschenden auf ihrer Anreise das Virus von Südafrika aus «mitgereist» ist. Von dort aus fliegt der letzte Direktflug auf die Station. Laut dem Leiter der Station, Alain Hubert, seien alle anwesenden Personen vollständig geimpft und eine Person bereits geboostert.

Am 27. Dezember beschloss ein Strategierat der Station, dass alle noch anwesenden Personen in der Station bleiben müssen (ausgenommen ihr Gesundheitszustand verschlechtert sich dramatisch) und dass niemand mehr anreisen darf, bis die Ansteckungskette unterbrochen ist. Das dürfte laut den Verantwortlichen am 12. Januar sein – bis dahin befinden sich die Forscher quasi in doppelter Quarantäne.

Polarstation Prinzessin Elisabeth

Die 2002 von dem belgischen Polarforscher Alain Hubert, Prof. Hugo Decleir und Prof. André Berger gegründete Internationale Polarstiftung mit Sitz in Brüssel beschreibt sich als eine neuartige Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Gesellschaft und wurde 2002 durch das belgische Königliche Statut als Stiftung für das öffentliche Wohl anerkannt. S.K. König Philippe ist der Ehrenpräsident der Internationalen Polarstiftung.

Derzeit wird mit dem Projekt Recto der Schneesturmvogel erforscht. Dieser ist ein zirkumpolarer antarktischer und subantarktischer Seevogel, der aufgrund der historischen Klimaveränderungen als perfekter Modellorganismus für die Vorhersage künftiger globaler Veränderungsszenarien dient.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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