Ueberstorf FR: Mysteriöser Massentod – warum starben diese sechs Bienenvölker?

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Ueberstorf FRMysteriöser Massentod – warum starben diese sechs Bienenvölker?

Imker Eduard Aeby hat sechs tote Bienenvölker zu beklagen. Er glaubt, sie wurden vergiftet – obschon ein Laborbericht dem widerspricht. 

von
Lucas Orellano
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Hunderttausende tote Bienen: Eduard Aeby hat sechs seiner Völker verloren. 

Hunderttausende tote Bienen: Eduard Aeby hat sechs seiner Völker verloren. 

Privat
Er ist überzeugt, dass die Insekten vergiftet wurden. 

Er ist überzeugt, dass die Insekten vergiftet wurden. 

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Das zuständige Labor konnte tatsächlich Spuren von Pflanzenschutzmitteln feststellen, allerdings weit unter der tödlichen Dosis. 

Das zuständige Labor konnte tatsächlich Spuren von Pflanzenschutzmitteln feststellen, allerdings weit unter der tödlichen Dosis. 

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Darum gehts 

Eduard Aeby aus Ueberstorf FR imkert seit 35 Jahren. Doch so etwas hat er noch nie erlebt: «Es ist eine Schweinerei, unglaublich. Als ich eines Morgens meine Bienenstöcke überprüfen gegangen bin, waren sechs Völker einfach tot.» Vergiftet, vermutet Aeby. Doch das nachzuweisen, ist schwierig. Beim kantonalen Inspektorat verwies man ihn weiter nach Bern und schliesslich nach Zürich. Das zuständige Labor konnte tatsächlich Spuren von Pflanzenschutzmitteln feststellen, doch weit unter der tödlichen Dosis, wie im Bericht steht, der 20 Minuten vorliegt. Doch der Grund dafür, glaubt Aeby, könnte auch sein, dass das Gift schnell verdunstet ist.

Unmöglich, lässt das Labor allerdings auf Anfrage von 20 Minuten verlauten. Es sei zwar tatsächlich so, dass sich Pflanzenschutzmittel in toten Bienen oft sehr schnell abbauen. «Aus diesem Grund berücksichtigen wir einen ‹Sicherheitsfaktor 50›, wenn es darum geht zu prüfen, ob ein Wirkstoff eine akute Vergiftung bei einem Bienenvolk ausgelöst hat oder nicht», sagt Marianne Tschuy von Apiservice. «Die in Herrn Aebys Bienen nachgewiesenen Mengen Wirkstoff wurden also mit dem Sicherheitsfaktor 50 multipliziert. Auch nach dieser Multiplikation wurde die tödliche Dosis LD50 bei weitem nicht erreicht. Somit können wir davon ausgehen, dass gemäss heutigem Stand der Kenntnisse im Verdachtsfall Aeby keine akute Vergiftung der Bienenvölker durch die nachgewiesenen Wirkstoffe vorliegt.»

Trotz des Laborberichts ist Aeby weiter überzeugt, dass seine Bienen vergiftet wurden. Dennoch belastet ihn, dass die Todesursache nicht abschliessend geklärt werden konnte. «Ich hänge sehr an meinen Bienen, es ist mir nicht egal, was passiert ist», sagt der 70-Jährige, der sich schon als Schulbub um die Tiere kümmerte. Insgesamt habe er wohl 360’000 Insekten verloren. «Ich habe drei Kessel voller toter Bienen weggetragen.» Nach dem Tod der sechs Völker bleiben ihm noch etwa 25.   

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel.  079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00


Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

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