Libyen: Mysteriöser Scharfschütze tötet IS-Anführer
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LibyenMysteriöser Scharfschütze tötet IS-Anführer

Die IS-Terroristen in Sirte sind in Aufruhr: In den vergangenen Wochen sind drei ihrer Funktionäre erschossen worden – von einem Unbekannten.

von
mlr

In Sirte, der Geburtsstadt des früheren libyschen Machthabers Muammar al-Ghadhafi, geht die Angst um: Binnen zehn Tagen wurden im neuen «Kalifat» der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) drei Kaderleute der Extremisten erschossen. Wer der mysteriöse Scharfschütze ist, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt, oder ob gar mehrere Schützen am Werk sind, ist Gegenstand heftiger Spekulationen.

Wie der «Telegraph» berichtet, traf es zuletzt am 23. Januar Abdullah Hamad al-Ansari, einen IS-Führer aus der südlibyschen Stadt Obari, als dieser in Sirte gerade aus einer Moschee kam. Die IS-Extremisten sollen daraufhin in Panik geraten sein und eine Reihe von Verhaftungen und Hinrichtungen vollzogen haben.

Libyscher Held oder US-Soldat?

Gemäss News.com handelt es sich bei den anderen beiden Toten um den IS-Kommandanten Abu Mohammed Dernawi und Hamad Abdel Hady, einen Sudanesen am Scharia-Schiedsgericht. In der Stadt erzähle man sich, ein Unbekannter nehme systematisch IS-Führer ins Visier – einen nach dem anderen.

Während einige Quellen davon ausgehen, dass es sich bei dem Scharfschützen um einen Milizionär aus der Nachbarstadt Misrata handelt, besagen andere Gerüchte, der Schütze habe seine Fähigkeiten im Kampf gegen Ghadhafi geschult. In weiteren lokalen Berichten wird gemutmasst, ein Soldat der Spezialeinheit der US-Armee habe die Männer getötet.

3000 IS-Kämpfer im Land

Sirte wurde im vergangenen Jahr vom IS eingenommen. In Libyen herrscht seit Ghadhafis Sturz im Jahr 2011 Chaos. Das Land wird von Dutzenden bewaffneten Milizen beherrscht, die neben den beiden rivalisierenden Regierungen und Parlamenten um die Macht ringen. Die IS-Jihadisten konnten sich dadurch mit mindestens 3000 Kämpfern im Land festsetzen.

Die internationalen Bemühungen um eine Beilegung der Krise hatten in der vergangenen Woche einen schweren Rückschlag erlitten, als das international anerkannte Parlament in Tobruk die von der UNO unterstützte Regierung der nationalen Einheit ablehnte.

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