Fehlalarm – «Mysteriöses» Signal von Proxima Centauri stammt von der Erde

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Fehlalarm«Mysteriöses» Signal von Proxima Centauri stammt von der Erde

Nachdem Astronominnen und Astronomen monatelang gerätselt haben, ist nun klar: Ein mysteriöses Signal aus dem All stammt gar nicht aus dem All – sondern von der Erde.

von
Marcel Urech
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Das Parkes-Teleskop registrierte ein Signal aus der Richtung von Proxima Centauri.

Das Parkes-Teleskop registrierte ein Signal aus der Richtung von Proxima Centauri.

CSIRO
Aufnahme des Proxima Centauri von einem Hubble-Weltraumteleskop.

Aufnahme des Proxima Centauri von einem Hubble-Weltraumteleskop.

Wikipedia/ESA/Hubble/CC-BY 4.0
Die Position von Proxima Centauri.

Die Position von Proxima Centauri.

Wikipedia/Calle Cool/CC BY-SA 3.0

Darum gehts

  • Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben ein Rätsel um ein vermeintliches Signal aus dem All gelöst.

  • Es handelt sich laut der University of California um eine von Menschen verursachte Funkstörung.

  • Trotz des Fehlalarms sei die Forschung aber nicht ohne Ergebnis gewesen, sagt das Team.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die nach ausserirdischen Lebensformen suchen, rätseln seit 2019 über ein mysteriöses Signal aus dem All. Dieses stamme von Proxima Centauri, so die bisherige Meinung. Der Himmelskörper ist 4,2 Lichtjahre von uns entfernt und damit der nächste Stern zur Erde – abgesehen von der Sonne. Jetzt ist klar: Das Signal stammt gar nicht von Proxima Centauri, sondern von der Erde selbst.

«Es handelt sich um eine von Menschen verursachte Funkstörung durch eine Technologie», sagt Sofia Sheikh von der University of California, die das mysteriöse Signal untersuchte. Die Forscherinnen und Forscher haben ihre Ergebnisse am 25. Oktober im Fachmagazin «Nature» veröffentlicht.

Es war ein Fehlalarm

Entdeckt hatte das Signal die private Initiative «Breakthrough Listen», die 100 Millionen US-Dollar im Rücken hat und nach ausserirdischem Leben sucht. Trotz des Fehlalarms sei die Arbeit aber nicht ohne Ergebnis gewesen, sagen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Man habe wichtige Informationen gewonnen und die Werkzeuge für die Forschung weiter optimieren können.

«Es ist wirklich wertvoll für uns, diese Probeläufe zu haben», sagt Jason Wright, Astronom an der Pennsylvania State University. «Wir brauchen diese ‹Kandidatensignale›, damit wir lernen können, wie wir mit ihnen umgehen müssen - und wie wir beweisen können, dass sie ausserirdisch oder von Menschen gemacht sind.»

Die untersuchten Daten umfassten über 4 Millionen Signale aus der Nähe des Sterns Proxima Centauri. Die Forscherin Shane Smith entdeckte dabei ein Signal in der Nähe von 982 Megahertz, das vom Stern selbst zu stammen schien und etwa fünf Stunden lang anhielt. «Ich war begeistert, ein Signal zu finden, das alle Kriterien erfüllte, nach denen ich suchte, aber ich blieb immer skeptisch und dachte, es müsse eine einfache Erklärung dafür geben», sagt Smith. «Ich hätte nie gedacht, dass das Signal eine solche Aufregung verursachen würde.»

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