Biel: Mysterium um den Tierkadaver ist gelöst
Aktualisiert

BielMysterium um den Tierkadaver ist gelöst

Tiermediziner der Uni Bern konnten die tote Kreatur aus der Taubenlochschlucht identifizieren. Es ist weder ein Hund noch ein Bär.

von
cho

Tierpathologe Francesco Origgi hat den Kadaver untersucht. (Video cho)

Spezialisten der Universität Bern haben den Kadaver aus der Taubenlochschlucht am Dienstag untersucht und identifiziert. Der Befund: «Es ist ein Dachs», sagt Dr. Francesco Origgi vom Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin FIWI. Der Kadaver habe gewisse Ähnlichkeiten mit einem Fuchs oder Marderhund aufgewiesen, bei genauer Betrachtung sei der Fall jedoch klar gewesen: «Besonders die Färbung des Fells war ausschlaggebend. Aber auch die längere Nase, das Gebiss und die Morphologie der Krallen haben die Identifikation vereinfacht.»

Mumifizierte Haut

Vom Tier sei nicht mehr viel übrig, rund drei Viertel würden fehlen – inklusive den Innereien, heisst es seitens der Tierpathologie. Nur Kopf, Vorderbeine und Wirbelsäule seien noch vorhanden. Darum kann Tiermediziner Origgi die Todesursache nicht genau bestimmen: «Denkbar wäre etwa, dass das Tier krank war, bei einem Kampf verletzt wurde oder einem Fressfeind zum Opfer fiel.» Der Veterinär schätzt, dass der Dachs vor mehreren Wochen verstarb. «Weil es kaum regnete und die Temperaturen mild waren, hat eine Mumifizierung eingesetzt.» Aus diesem Grund erinnere sein Äusseres nicht mehr besonders an einen Dachs.

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Fast an genau derselben Stelle fand Leser-Reporter Andreas das Hinterteil des Kadavers.

Fast an genau derselben Stelle fand Leser-Reporter Andreas das Hinterteil des Kadavers.

Leser-Reporter/Andreas77
Aufgrund der morphologischen Eigenschaften geht das Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin (Fiwi) davon aus, dass es sich um den Dachs handelt, dessen Vorderteil letztes Wochenende gefunden wurde.

Aufgrund der morphologischen Eigenschaften geht das Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin (Fiwi) davon aus, dass es sich um den Dachs handelt, dessen Vorderteil letztes Wochenende gefunden wurde.

Leser-Reporter/Andreas77
Dieses Bild der Leser-Reporterin Cagla Dogna liess die 20-Minuten-Community rätseln.

Dieses Bild der Leser-Reporterin Cagla Dogna liess die 20-Minuten-Community rätseln.

Leser-Reporter

Grosses Rätselraten

Das hatte auch die 20-Minuten-Community zum Spekulieren gebracht. Seit Leser-Reporterin Cagla Dogan am Wochenende ein Foto des Kadavers, auf den sie in der Bieler Taubenlochschlucht stiess, schickte, rätselten tausende Leser darüber, um welches Tier es sich handelt.

30'000 Nutzer nahmen an einer Online-Umfrage von 20 Minuten teil. Gut die Hälfte tippte dabei auf einen Hund oder Wolf. Lediglich 18 Prozent nahmen richtigerweise an, dass es sich um einen Dachs handeln könne.

Kadaver geborgen und zur Tierpathologie gebra

Tausende 20-Minuten-Leser haben über die seltsame Kreatur gerätselt, die am Samstag in der Taubenlochschlucht in Biel fotografiert wurde. 20 Minuten will nun Licht ins Dunkel bringen und begab sich auf die Suche.

Stiller Waldbewohner

Der Dachs ist ein in der Schweiz weit verbreitetes Tier, das sich vor allem an Hanggeländen in Laubwäldern aufhält. Dank seiner auffälligen Kopfzeichnung und den unverwechselbaren Pfoten lässt sich ein Dachs leicht erkennen. Das Mardertier mit seiner Grösse von 45 bis 90 Zentimetern kann ein Gewicht von bis zu 14 Kilogramm erreichen und ernährt sich hauptsächlich von Beeren, Insekten und anderen wirbellosen Tieren.

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