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Mystery Park: Wenig Besucher, hohe Preise, Stellenabbau

Der Mystery Park in Interlaken reagiert auf den ungebremsten Rückgang der Besucherzahlen: 10 Prozent der 97 Stellen werden abgebaut, die Winter-Öffnungzeiten werden eingeschränkt.

Für die Besucher soll der Park erlebnisorientierter werden.

Auf Grund einer Hochrechnung des ersten Halbjahrs rechnen die Verantwortlichen für 2005 noch mit 240 000 bis 250 000 Besuchern, wie Direktor Fritz Zemp an einer Medienorientierung vom Freitag sagte. Gegenüber dem Vorjahr (310 000 Besuchern) entspricht dies einem Minus von rund 20 Prozent.

«Novitätsbonus» weg

Im ersten «Rumpfjahr» der Eröffnung hatten die «Mysteries» von Autor Erich von Däniken noch 336 000 Besucherinnen und Besucher gezählt. Die Gründe für den Besucherrückgang ortete Zemp unter anderem im Verlust des «Novitätsbonus» nach der Eröffnung Mitte 2003. Besondere Sorgen bereitet den Parkverantwortlichen zudem weiter das Winterhalbjahr.

Auf Grund dieser Entwicklung sei für 2005 nach Abschreibungen mit einem Verlust von 3 bis 4 Mio. Fr. zu rechnen, sagte Zemp. Es bestehe deshalb «unmittelbarer Handlungsbedarf».

2004 hatte der Park bei einem Umsatz von 19,4 Mio. Fr. ein Betriebsergebnis von 4,8 Mio. Fr. erreicht. Unter dem Strich blieb ein Reinverlust von 2,7 Mio. Franken, für den Abschreibungen von 5,8 Mio. Fr. ausschlaggebend waren.

Eingeschränkter Winterbetrieb

Auf der Kostenseite will Zemp mit einer Saisonalisierung des Angebots reagieren: Die Öffnungszeiten von November bis März werden eingeschränkt, an den frequenzarmen Wochentagen Montag und Dienstag bleibt der Park ausser für grosse Gruppen geschlossen.

Gespart wird aber auch beim Personal: Von den 97 Angestellten erhalten voraussichtlich neun in der kommenden Woche die Kündigung. Rund ein Fünftel der übrigen Angestellten hat im Zusammenhang mit der Saisonalisierung mit einer Änderungskündigung zu rechnen.

Mehr Emotionen

Mehr Besucher anlocken will der Park unter anderem mit neuen Attraktionen, die mehr Emotionalität und Interaktivität versprechen.

Ein erster Schritt dazu ist laut Zemp die laufende Sonderausstellung über Kornkreise und eine Indoor-Goldwaschanlage, die am 1. August in Betrieb geht. Mystery-Initiator Erich von Däniken skizzierte zudem Pläne zum Bau eines nordirischen Dolmens und einer Erweiterung des Orient-Pavillons.

Begeleitet werden sollen die Anpassungen in den nächsten Wochen durch eine Marketingoffensive. In der Schweiz ist eine neue Plakatkampagne geplant, in Deutschland beteiligt sich der Park ab September als Hauptpartner einer Sonderausstellung zum Thema «Mysterien unserer Welt» in den Einkaufszentren der ECE-Gruppe.

Keine Preissenkungen

Keine Anpassungen sind zumindest vorerst bei den hohen Eintrittspreisen geplant: Erwachsene zahlen 48 Franken Eintritt, Kinder 28 Franken. Mit diesen Preisen liegt der Mystery Park höher als vergleichbare Freizeitparks in der Schweiz und im nahen Ausland. Ankündigen konnte Zemp bloss ein temporäres Familienangebot im Zusammenarbeit mit der SBB. (sda)

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