Aktualisiert 05.10.2004 10:27

n.A.T.o: «Terrorkonzert» einer Selbstmord-Attentäterin

Zuerst vermarktete er das angebliche Lesben-Duo t.A.T.u. Jetzt führt Iwan Schapowalow eine junge Russin, die im Stil einer Selbstmord-Attentäterin auftritt, vor.

Sein neuestes Projekt wollte Schapowalow am 11. September in Moskau vorstellen. Jedoch: Wenige Tage vor der Vorstellung des Videoclips von n.A.T.o., einer jungen Russin, die, mit einer Burka angetan, vor Videoaufnahmen des arabischen TV-Senders Al Dschasira posiert, während Worte wie «Al Qaeda» oder «Irak» eingeblendet werden, fand das tödliche Geiseldrama von Beslan statt.

Die medienwirksame Inszenierung eines «Terror-Konzerts» wurde denn auch als äusserst geschmacklos empfunden. Der geplante Auftritt im Moskauer Gewerkschaftshaus musste abgesagt werden.

Doch das beeindruckt den t.A.T.u.-Macher wenig: Im November wird er n.A.T.o. in Grossbritannien vorstellen. Anfragen von zwei britischen Plattenfirmen für die «kontroverse» und «revolutionäre» Künstlerin, deren wahrer Name nicht bekannt ist, habe er bereits, sagte der Manager zum «Daily Telegraph».

Kennen gelernt haben will er die junge Frau aus dem südlichen Ural, die nur auf Tadschikisch, Georgisch und Farsi singt, laut dem britischen Blatt im Internet.

Die britische Glaubensgensmeinschaft der Muslime, The Muslim Council, verurteilte die Pläne aufs Schärfste, während ein britischer Musik-Promoter über eine «sichere Nummer eins» spekulierte, wie es heisst.

Schapowalow selbst kann die Aufregung nicht verstehen: «Wenn sich die Leute vor einer Frau mit schwarzem Schleier fürchten, dann sind sie selbst krank». Ihm gehe es um «neue Musik».

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