Aktualisiert 28.03.2019 23:50

Airlines im Twitter-Fight

«Na, na! Niemand ist perfekt, Kumpel»

Ein Flieger der WDL Aviation, der im Auftrag von British Airways unterwegs war, verfehlte sein Ziel um 840 Kilometer. Ryanair spottet und bekommt eine Retourkutsche.

von
mat
1 / 4
Am Montag postete die Billigfluglinie Ryanair einen kurzen Tweet auf seinem offiziellen Profil. «Hallo British Airways, wir haben ein Geschenk für euch.» Daneben war das Titelbild des Taschenbuchs «Geography for Dummies» zu sehen.

Am Montag postete die Billigfluglinie Ryanair einen kurzen Tweet auf seinem offiziellen Profil. «Hallo British Airways, wir haben ein Geschenk für euch.» Daneben war das Titelbild des Taschenbuchs «Geography for Dummies» zu sehen.

Twitter/@Ryanair
Die Anspielung war deutlich: Am selben Tag war Flug BA3271 von London nach Düsseldorf gestartet, aber aus ungeklärten Gründen in Edinburgh gelandet. Die Maschine der WDL Aviation, die im Auftrag von British Airways unterwegs war, hatte ihr Ziel um 840 Kilometer verfehlt. (Archivbild)

Die Anspielung war deutlich: Am selben Tag war Flug BA3271 von London nach Düsseldorf gestartet, aber aus ungeklärten Gründen in Edinburgh gelandet. Die Maschine der WDL Aviation, die im Auftrag von British Airways unterwegs war, hatte ihr Ziel um 840 Kilometer verfehlt. (Archivbild)

Keystone/Christoph Schmidt
Die verwunderten Passagiere erfuhren erst bei der Landung von ihrem «Glück».

Die verwunderten Passagiere erfuhren erst bei der Landung von ihrem «Glück».

Screenshot: Flightradar24

Am Montag postete die Billigfluggesellschaft Ryanair einen kurzen Tweet auf seinem offiziellen Profil. «Hallo British Airways, wir haben ein Geschenk für euch.» Daneben war das Titelbild des Taschenbuchs «Geography for Dummies» zu sehen.

Die Anspielung war deutlich: Am selben Tag war Flug BA3271 von London nach Düsseldorf gestartet, aber aus ungeklärten Gründen im 840 Kilometer entfernten Edinburgh gelandet. British Airways, in deren Auftrag der fragliche Flieger der WDL Aviation unterwegs war, teilte daraufhin mit, der Flug sei aus unbekannten Gründen nach Edinburgh «umgeleitet» worden – die Passagiere jedoch vermuteten einen Fehler.

Nachdoppeln statt versöhnen

Die Antwort von British Airways auf den Seitenhieb von Ryanair liess nicht lange auf sich warten: «Na, na! Niemand ist perfekt, Kumpel.» Doch auch diesen Tweet nutzte Ryanair zum Nachdoppeln: «Das stimmt, Kumpel! Aber nicht einmal wir würden Edinburgh als Deutschland durchgehen lassen.»

Doch sollte man nicht mit Steinen werfen, wenn man selber im Glashaus sitzt, denn auch Ryanair glänzte in der Vergangenheit nicht immer mit Zuverlässigkeit, wie zahlreiche Kommentare von Fluggästen zeigen.

Wien statt Budapest statt Bratislava

Der irische Fernsehreporter Richard Chambers erinnerte sich an einen Vorfall, bei dem er mit Ryanair nach Wien statt wie geplant nach Bratislava geflogen war. Im Flugzeug habe man zudem bei der entsprechenden Durchsage Bratislava mit Budapest verwechselt.

Der User namens travelingspsychiatrist beschrieb einen Vorfall, bei dem er von London ins griechische Thessaloniki hatte fliegen wollen und im rumänischen Timisoara landete. «Das sind 500 Meilen und zwei Landesgrenzen vom Zielort entfernt.»

Kevin Andrew schrieb nur «Nun...» und verlinkte gleich zwei Newsartikel über fehlgeleitete Ryanair-Flüge, von denen der eine sein Ziel anscheinend um 480 Kilometer verfehlte und die Passagiere in einen Bus verfrachtet wurden.

In Anspielung auf das von Ryanair gepostete «Geography for Dummies» legte ein weiterer User den Finger auf den wunden Punkt: Er empfahl der Billigfluglinie, die bei Kundenumfragen in Sachen Kundendienst regelmässig einen der hinteren Plätze belegt, einen Ratgeber namens «Customer Service for Dummies».

Mark Robertson schliesslich fasste die Empfindung vieler Kommentatoren zusammen: «Ich fliege lieber mit British Airways an die falsche Destination als mit Ryanair an die richtige.»

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.