My Lovestory : «Nach 16 Jahren Ehe verliebte ich mich in eine Frau»
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My Lovestory «Nach 16 Jahren Ehe verliebte ich mich in eine Frau»

Als Sarah (48) vor sieben Jahren Jasmin (33) kennenlernte, ahnte sie kaum, dass sie kurz darauf mit ihr ein total neues Leben starten würde.

von
Gabriela Graber
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Sarah (48) und Jasmin (33) sind glücklich verliebt.   

Sarah (48) und Jasmin (33) sind glücklich verliebt.

privat 
Sie lernten sich vor sieben Jahren dank des Hundes Yori kennen. 

Sie lernten sich vor sieben Jahren dank des Hundes Yori kennen.

privat 
Yori war ein kleiner Welpe aus der Zucht von Sarah, den Jasmin und ihr Ex-Freund damals kauften. 

Yori war ein kleiner Welpe aus der Zucht von Sarah, den Jasmin und ihr Ex-Freund damals kauften.

privat 

Darum geht’s:

  • Vor sieben Jahren verliebten sich Sarah (48) und Jasmin (33) ineinander.

  • Sarah war damals 16 Jahre mit einem Mann verheiratet und hatte drei Kinder.

  • Nach kurzer Zeit war ihnen klar: «Diese Verbindung ist besonders. Wir gehören zusammen!»

  • Sie zogen zusammen. Heute ermutigen sie gemeinsam Frauen, ihren eigenen Weg zu gehen.

«Es war die kleine Yori, die uns zusammenbrachte. Yori war eine der Welpen aus meiner Zucht, den ich im Herbst 2013 an Jasmin und ihren damaligen Freund verkaufte. Wir verstanden uns damals gut, waren einander sympathisch, aber mehr lag da nicht in der Luft.

Im Frühling 2014 entschieden mein Mann und ich, Yori und ihre neuen Besitzer in ihrem Tessiner Zuhause zu besuchen. Der Besuch verlief rein freundschaftlich, aber von da an waren Jasmin und ich per WhatsApp in Kontakt. Praktisch täglich schrieben wir einander. Und da geschah das Unerwartete: Wir begannen Gefühle füreinander zu entwickeln.

«Uns beiden war sofort klar: Wir gehören zusammen!»

Wenige Monate später machten mein Mann und ich erneut einen Ausflug ins Tessin. Ich konnte es kaum erwarten, Jasmin endlich wiederzusehen. Als wir uns wieder begegneten war uns beiden sofort klar: Diese Geschichte ist für immer. Wir gehören zusammen.

Mein Mann hatte damals keine Ahnung, dass ich etwas für Jasmin empfand. Nachdem ich mir über meine Gefühle völlig im Klaren war, wollte ich transparent sein: Ich erzählte ihm, dass ich mich in Jasmin verliebt hatte – und sie sich in mich. Zuerst glaubte er mir nicht, tat es als kurzzeitige Midlife-Crisis-Laune ab. Doch irgendwann musste er einsehen, dass es mir sehr ernst war mit Jasmin.

«Wir haben ihn immer gesehen, den Weg»

Was dann folgte, war eine Zeit der Turbulenzen: Wir mussten uns selbst unsere Gefühle eingestehen und für unseren Weg kämpfen. Wir haben ihn immer gesehen, den Weg, doch war er besonders am Anfang übersät mit etlichen Barrieren und Hindernissen.

Mein Leben war prall gefüllt: Ich hatte einen Ehemann, drei Kinder im Teenageralter, einen Demeter-Bauernhof und studierte an der Universität Freiburg Rechtswissenschaften. Ich versuchte, irgendwie alles unter einen Hut zu bringen: Ich war für die Kinder da, machte die Buchhaltung für den Hof, widmete mich meinem Studium und wohnte zusammen mit meiner neuen Freundin in einer Wohnung in Bern, die wir nach kurzer Zeit gefunden hatten.

«Eine Frau? Und so viel jünger?»

Für Jasmin war der Neustart bedeutend einfacher, da sie weniger eingebunden war: Sie verliess ihren Partner, zog zurück in die Deutschschweiz und wohnte bei ihrem Vater, bis wir rund vier Monate nach Beziehungsstart zusammenzogen.

Für meine Familie war die Situation zu Beginn überraschend. Für meinen Mann war es schwierig und auch meine Kinder brauchten etwas Zeit, bis sie sich an die neuen Lebensumstände ihrer Mutter gewöhnten. Eine Frau? Und so viel jünger? Kaum hatten sie Jasmin kennengelernt, waren die Unsicherheiten weg. Für Jasmin und mich war der Altersunterschied ohnehin nie ein Thema gewesen. Auch mein Mann verliebte sich innerhalb von kurzer Zeit neu. Unsere Scheidung erfolgte im Februar 2018.

«Unsere Liebe war das beste, was uns passieren konnte»

Heute wohnen zusammen in der Lenk. Ich arbeite als Coach und Mentorin und gemeinsam mit Jasmin ermutige ich Frauen, aus dem Hamsterrad von Erwartungen und Pflichten auszubrechen und ihren eigenen Weg zu gehen.
Unsere Liebe war das beste, was uns passieren konnte. Wir haben einander aus unserer Welt des Funktionierens und des vielen Arbeitens ‘gerettet’.»

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