Nach 25 Jahren Haft freigesprochen
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Nach 25 Jahren Haft freigesprochen

Ein Vierteljahrhundert nach seiner Verurteilung soll ein 45-jähriger Amerikaner rehabilitiert werden. Ein DNA-Test untermauerte, was der Unschuldige seit 25 Jahren beteuert.

Die Schuldsprüche wegen Vergewaltigung und Raub seien nach einem DNA-Test nicht mehr haltbar und sollten aufgehoben werden, teilte die Staatsanwaltschaft des Landkreises Hillsborough in Florida am Freitag mit.

Nach Angaben der Verteidigung ergab die DNA-Analyse zweifelsfrei, dass der 45-Jährige die ihm zur Last gelegte Vergewaltigung nicht begangen haben könne. Auch an dem Raub war er nach neuen Angaben seines im selben Fall verurteilten Bruders nicht beteiligt.

Am Montag soll der 45-Jährige, mehr als die Hälfte seines Lebens im Gefängnis verbracht hat, freigelassen werden. Mittels DNA-Analysen sind in den USA seit 1989 bereits 172 zu unrecht Verurteilte rehabilitiert worden.

DNA-Tests bestätigen Schuld von Hingerichtetem

Ein anderer Fall von DNA-Analyse erregte in den USA aber weit mehr Aufmerksamkeit: Ein vor 14 Jahren hingerichteter Amerikaner ist zu Recht schuldig gesprochen worden. Das haben jüngste DNA- Tests ergeben, die der Gouverneur des Bundesstaates Virginia, Mike Warner, angeordnet hatte.

Das am Donnerstag vom Gouverneur veröffentlichte Ergebnis der Untersuchungen mit Techniken, die zur Zeit des Prozesses gegen den wegen Vergewaltigung und Mordes verurteilten Roger Keith Coleman noch nicht zur Verfügung standen, war mit Spannung erwartet worden.

Gegner der Todesstrafe hatten auf einen Unschuldsnachweis und in der Folge einen deutlichen Einbruch bei der Zustimmung der US- Bevölkerung zur Todesstrafe gehofft. Umfragen zufolge liegt sie derzeit bei 64 Prozent.

Bisher ist es in den USA noch nie vorgekommen, dass nach einer Hinrichtung die Unschuld des Exekutierten wissenschaftlich nachgewiesen wurde. Allerdings wird erwartet, dass der Test in Virginia ähnliche Untersuchungen in älteren Fällen auch in anderen US-Bundesstaaten nach sich zieht.

Coleman hatte stets seine Unschuld betont, auch noch Sekunden vor der Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl im Jahr 1992. Unter anderem argumentierten seine Verteidiger, dass er zeitlich gar nicht in der Lage gewesen sei, die Vergewaltigung und den Mord an seiner 19-jährigen Schwägerin zu begehen.

Damalige DNA-und Bluttests ergaben, dass er zu zwei Prozent der Bevölkerung gehörte, die die Tat hätten begehen können. Nach den neuen in einem Labor in Toronto (Kanada) vorgenommenen Tests können aber keine begründeten Zweifel daran bestehen, dass es sich um Colemans Samenspuren handelt.

(AP/SDA)

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