Kindheitserinnerung – Nach 40 Jahren kommt eine Wurst in einer Räucherkammer zum Vorschein
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KindheitserinnerungNach 40 Jahren kommt eine Wurst in einer Räucherkammer zum Vorschein

Franz Gwerder machte einen kuriosen Fund, als er den Estrich zu einer Bar umbauen wollte: Eine uralte Wurst. Hinter der Wurst steckt aber auch ein Stück Familiengeschichte.

von
Tino Limacher
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Franz Gwerder, Betreiber eines Bed and Breakfast in Steinerberg SZ, hat eine über 40 Jahre alte Wurst gefunden. 

Franz Gwerder, Betreiber eines Bed and Breakfast in Steinerberg SZ, hat eine über 40 Jahre alte Wurst gefunden.

Franz Gwerder 
Gefunden hat Gwerder die uralte Wurst in dieser ehemaligen Räucherkammer im Estrich seines Bauernhauses, als er die Kammer putzen und umbauen wollte. 

Gefunden hat Gwerder die uralte Wurst in dieser ehemaligen Räucherkammer im Estrich seines Bauernhauses, als er die Kammer putzen und umbauen wollte.

Franz Gwerder
Der Fund ist auch ein Stück Nostalgie für Gwerder: Zusammen mit seinem Vater hatte er hier Würste geräuchert. Das war vor über 40 Jahren. Nun möchte er im Estrich eine Bar für seine Gäste einrichten. 

Der Fund ist auch ein Stück Nostalgie für Gwerder: Zusammen mit seinem Vater hatte er hier Würste geräuchert. Das war vor über 40 Jahren. Nun möchte er im Estrich eine Bar für seine Gäste einrichten.

Franz Gwerder

Darum gehts

  • Franz Gwerder wollte für sein Bed and Breakfast den Estrich zu einer Bar umfunktionieren. In der kleinen Räucherkammer entdeckte er beim Umbau eine uralte Wurst.

  • Sie riecht stark nach Russ und fühlt sich an wie ein Holzscheit.

  • Das gute Stück möchte er nun über der Räucherkammer aufhängen, um so ein Stück Familiengeschichte der Nachwelt zu erhalten.

Franz Gwerder aus Steinerberg wollte eigentlich nur den Estrich in eine Bar für sein Bed and Breakfast umbauen. Dabei stach ihm eine in Vergessenheit geratene, kleine Kammer ins Auge. Ahnungslos, was ihn im Innern dieser Kammer erwartete, betrat er schliesslich den kleinen Innenraum. Als er sich durch den dichten Russ und Staub geschlagen hatte, entdeckte er etwas Unscheinbares: Ein kleines, längst vergessenes Wurstpaar. Gwerder sagt über seinen kuriosen Fund: «Die Wurst riecht stark nach Russ und sie fühlt sich an wie ein kleines, raues Holzscheit.» Auch unzählige Würmer konnten der Wurst anscheinend nicht widerstehen, denn sie hinterliessen mit ihrem Frass durch die Wurst zahlreiche Löcher. Gwerder: «Die Wurst muss auch über 40 Jahre alt sein, weil die Räucherkammer etwa im Jahr 1980 zuletzt in Betrieb gewesen war.»

Eine uralte Wurst im Nachlass erinnert an ein Stück Familiengeschichte

Der 54-jährige Gwerder muss es schliesslich wissen, denn er war auch dabei, als die Räucherkammer noch regelmässig benutzt wurde. «Zusammen mit meinen drei Geschwistern wuchs ich in diesem Bauernhaus auf: «Als ich die Wurst gefunden habe, war es deshalb für mich eine nostalgische Reise durch meine Kinder- und Jugendzeit. Ich kann mich noch genau erinnern, wie ich mit meinem Vater zusammen Würste in dieser Kammer geräuchert hatte.» Inzwischen hat er das Bauernhaus geerbt, das über 300 Jahre auf seinen Balken hat. Gwerder baute das Haus 2018 zu einem Bed and Breakfast um. «Ich stellte mir die Frage, was mit dem Haus passieren soll. Abreissen oder Mietwohnungen daraus zu machen, kam für mich gar nicht in Frage. Weil ich als Bergführer tätig bin, kam mir schnell die Idee, Betten mit Frühstück anzubieten.» Wegen Corona läuft das Geschäft im Moment schleppend. Wenn vorhanden, würden seine Gäste aber die «heimelige» Atmosphäre sehr schätzen.

Wurst hängt eingerahmt über der Räucherkammer

«Als ich sie gefunden habe, schickte ich natürlich Bilder von dieser Wurst an meine gesamte Familie und alle Freunde.» Im ersten Moment nach dem Fund wollte Gwerder der Wurst mit einem Messer auf die Pelle rücken und sie aufschneiden, wie der «Bote der Urschweiz» (Bezahlartikel) berichtete. Doch im Gespräch mit einer anderen Person, keimte die Idee nach einer anderen Verwendung für das antike Stück: «Sie sollte eingerahmt werden. Ich fand das eine super Idee», so Gwerder weiter. Wie er gegenüber 20 Minuten verriet, machte er sich gleich auf den Weg, um in einem Geschäft einen passenden Rahmen für seinen Fund aufzustöbern. «Wenn ich auf eine einwöchige Bergtour gehe, kann ich sie nicht einfach so rumliegen lassen.»

Er hat auch schon einen Platz gefunden, wo er dieses gute Stück verewigen möchte. «Sie soll über dem Eingang zur Räucherkammer hängen und an meine schöne Kindheit aber auch an die Geschichte des Bauernhauses erinnern. Ich bin mir sicher, dass sie bei den Gästen für Gesprächsstoff sorgen wird, wenn die Bar im Estrich in Betrieb ist.»

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