Nach 411 Tagen Infektion: Mann endlich von Covid geheilt

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Nicht die längste InfektionNach 411 Tagen Infektion – Ärzte heilen Mann endlich vom Coronavirus

Londoner Medizinerinnen und Mediziner berichten über eine der längsten Covid-Infektionen, die bislang dokumentiert wurde – und wie sie den Patienten schliesslich heilen konnten.

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411 Tage – so lange wurde ein Mann in Grossbritannien durchgängig positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet. 

411 Tage – so lange wurde ein Mann in Grossbritannien durchgängig positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet. 

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Zwar handelt es sich dabei nicht um die längste bekannte Covid-19-Infektion – die lag bei 505 Tagen –  bemerkenswert ist sie aber dennoch.

Zwar handelt es sich dabei nicht um die längste bekannte Covid-19-Infektion – die lag bei 505 Tagen –  bemerkenswert ist sie aber dennoch.

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Denn der 59-jährige Patient heilte nicht auf eigene Faust. Möglich wurde dies nur, weil seine Ärztinnen und Ärzte den genetischen Code seines Virus analysierten und so das richtige Gegenmedikament finden konnten.

Denn der 59-jährige Patient heilte nicht auf eigene Faust. Möglich wurde dies nur, weil seine Ärztinnen und Ärzte den genetischen Code seines Virus analysierten und so das richtige Gegenmedikament finden konnten.

Symbolbild: 20min/François Melillo

Darum gehts

Lange hiess es: Wer mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert ist, muss sich einige Tage isolieren. Mittlerweile besteht zwar keine Pflicht mehr zur Isolation, doch es wird empfohlen, bei positivem Test und Symptomen vorübergehend zu Hause zu bleiben (siehe Box). Einige Menschen empfinden bereits diesen kurzen Zeitraum als Zumutung. Dabei ist das gar nichts im Vergleich zu dem, was ein Mann in Grossbritannien durchgemacht hat: Er wurde während 411 Tagen durchgehend positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Erst dann konnte er für geheilt erklärt werden. 

In einer im Fachjournal «Clinical Infectious Diseases» veröffentlichten Studie beschreibt ein Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, wie sie die Infektion des 59-Jährigen nach 13 Monaten heilen konnten: Es gelang ihnen, indem sie den genetischen Code seines Virus analysierten und so das richtige Gegenmedikament finden konnten.

Das empfiehlt das BAG bei einem positiven Test

Patient war organtransplantiert

Anhaltende Corona-Infektionen unterscheiden sich von Long Covid und wiederkehrenden Ansteckungen. Sie treten bei einer kleinen Anzahl von Patienten mit geschwächtem Immunsystem auf. Diese Menschen könnten monate- oder sogar jahrelang Corona-positiv sein, während die Infektion «die ganze Zeit schwelt», sagte der Mediziner Luke Snell von der Stiftung Guy’s and St. Thomas’ NHS Foundation Trust am Freitag der Nachrichtenagentur AFP.

Der Patient aus der Studie hatte wegen einer Nierentransplantation ein geschwächtes Immunsystem. Er steckte sich im Dezember 2020 mit dem Coronavirus an und blieb bis Januar dieses Jahres positiv. Um festzustellen, ob der Patient an einer anhaltenden Infektion litt, nutzten die Forscher eine schnelle genetische Analyse per Nanoporensequenzierung. Diese kann binnen 24 Stunden Ergebnisse liefern. Die Untersuchung ergab, dass der 59-Jährige sich mit der Ende 2020 vorherrschenden B.1-Variante angesteckt hatte, und die Wissenschaftler konnten die Antikörper-Behandlung darauf abstimmen. Gegen neuere Corona-Varianten wie Omikron sind solche Behandlungen nicht wirksam, deshalb werden sie nicht mehr häufig eingesetzt.

Infektionsrekord liegt bei über 500 Tagen

Auch wenn einem die Infektionsdauer rekordverdächtig lang vorkommt: Sie ist nicht die längste, wie das Forschungsteam bei einer Fachkonferenz im April bekannt gegeben hatte: Ein Mann war vor seinem Tod an 505 Tagen positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Wenn du positiv warst: Wie lange warst du positiv?

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Corona-Zeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel.  058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.chRatgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Wissen-Push

(AFP, fee)

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