Aktualisiert 20.06.2018 15:44

Baby aus Tesla befreit

«Nach 45 Minuten wurden wir richtig nervös»

Eine Mutter und ihr Baby hatten Glück im Unglück: Das Kind sass im E-Auto fest, nicht einmal ein Feuerlöscher half. Erst die Polizei konnte es befreien.

von
mlr/mon
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In so einem Tesla wurde das zwei Monate alte Baby eingeschlossen.

In so einem Tesla wurde das zwei Monate alte Baby eingeschlossen.

Keystone/Tesla Motors
Erst die ausgerückten Beamten konnten das Baby aus dem Auto befreien.

Erst die ausgerückten Beamten konnten das Baby aus dem Auto befreien.

Keystone/Nick Soland
Im «Hochhaus zur Schanze»  im Kreis 1 hatten die beiden Frauen das Auto parkiert.

Im «Hochhaus zur Schanze» im Kreis 1 hatten die beiden Frauen das Auto parkiert.

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Im Zürcher Kreis 1 erlebte eine Mutter am Dienstag Stunden des Horrors: Kurz vor 12.30 Uhr wurde die Stadtpolizei Zürich in eine Tiefgarage gerufen, weil eine Frau aus Versehen ihr zwei Monate altes Baby in einen Tesla eingeschlossen hatte. Sie und ihre Freundin hatten das Elektro-Auto zuvor im Parkhaus Hochhaus zur Schanze parkiert.

Verkettung unglücklicher Umstände

Die beiden Frauen waren gerade aus dem Auto gestiegen und hatten den Kinderwagen aus dem Kofferraum genommen, als der Tesla plötzlich abschloss. Das Fatale: Der Schlüssel war im Auto liegen geblieben und das zweimonatige Baby sass noch in seinem Sitz.

«Es war einfach eine Verkettung unglücklicher Umstände», so die Freundin der Mutter zu 20 Minuten. Aufgrund technischer Probleme – die Kommunikation zwischen Auto und Schlüssel funktionierte nach dem kürzlichen Wechsel der Schlüssel-Batterie nicht mehr richtig – erkannte der Tesla nicht, dass sich der Schlüssel noch im Innern befand und schloss deswegen automatisch ab.

«Langsam wurden wir nervös»

Zunächst machten sich die Freundinnen aber keine Sorgen: «Da es sich um ein Elektrofahrzeug handelt, war es noch über WLAN oder mit einer Mobilfunk-Verbindung möglich, das Auto per App zu öffnen.» Doch weil in der Tiefgarage kein Empfang war, funktionierte das nicht.

So versuchten es die beiden bei der Hotline des Autoherstellers – da ging aber niemand ans Telefon. «Langsam wurden wir unruhig – denn weder sahen wir den Kleinen wegen den verdunkelten Scheiben noch hörten wir ihn aufgrund der guten Schalldichtung.» Das sei das Schlimmste an der ganzen Geschichte gewesen – «und nach 45 Minuten wurden wir richtig nervös». Denn ein Abschleppdienst hätte auch nichts genützt, da die Garage viel zu eng sei. Und der Ersatzschlüssel lag in Luzern, so die Freundin.

Das Auto hat eine Art Panzerglas

Ohne weitere Optionen riefen sie die Polizei und versuchten gleichzeitig mit einem Feuerlöscher eine Scheibe einzuschlagen: «Wir hatten aber nicht damit gerechnet, dass das Auto eine Art Panzerglas hat – die Scheibe machte keinen Wank.» Kurz darauf traf die Polizei ein: «Sie waren innert kürzester Zeit da und unglaublich hilfsbereit.»

Mit einem Notfallhammer und einem Brecheisen versuchten die ausgerückten Beamten ihr Glück – aber ohne Erfolg. «Ich hätte nie gedacht, dass gewisse Autoscheiben so widerstandsfähig sein können.» In solchen Notfällen wäre das aber gut zu wissen, so die Freundin.

«Der Kleine schlief tief und fest»

Den Polizisten gelang es schliesslich, mit einem schweren Gerät in Form eines Geissfusses die Scheibe des Teslas aufzubrechen und das Baby aus dem Auto zu befreien. «Es war unglaublich, der Kleine hatte von dem ganzen Drama und Lärm nichts mitbekommen», so die Freundin: «Er schlief tief und fest in seinem Kindersitz.»

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