Basel: Nach Aufschrei von Schülerinnen – Ballettschule geht das Geld aus

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BaselNach Aufschrei von Schülerinnen – Ballettschule geht das Geld aus

Nachdem ehemalige Schülerinnen der Ballettschule Theater Basel (BTB) schwere Vorwürfe an das Lehrpersonal erhoben haben, zieht die Schule Konsequenzen. Es kommt zu einer Schliessung. Es wird kein Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis auf diesem Bereich mehr geben.

von
Jeanne Dutoit
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Demütigungen, Panikattacken, Essstörungen – viele der ehemaligen Schülerinnen leiden noch Jahre später unter den Erlebnissen an der Ballettschule.

Demütigungen, Panikattacken, Essstörungen – viele der ehemaligen Schülerinnen leiden noch Jahre später unter den Erlebnissen an der Ballettschule.

BTB
Am Montag hat der Vorstand der Ballettschule auf die Berichterstattung reagiert. «Die Vorwürfe an die BTB und ihre Lehrerschaft machen uns als Vorstand des Vereins Ballettschule Theater Basel äusserst betroffen. Wir nehmen sie sehr ernst», heisst es darin. 

Am Montag hat der Vorstand der Ballettschule auf die Berichterstattung reagiert. «Die Vorwürfe an die BTB und ihre Lehrerschaft machen uns als Vorstand des Vereins Ballettschule Theater Basel äusserst betroffen. Wir nehmen sie sehr ernst», heisst es darin. 

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Ehemalige Schülerinnen der Ballettschule Theater Basel erheben schwere Vorwürfe an das Lehrpersonal der Schule.

Ehemalige Schülerinnen der Ballettschule Theater Basel erheben schwere Vorwürfe an das Lehrpersonal der Schule.

BTB

Darum gehts

Ende Oktober machte die Ballettschule Theater Basel (BTB) Negativschlagzeilen. Ehemalige Schülerinnen und Schüler seien unter anderem gedemütigt worden, Lehrpersonen hätten sich ihnen gegenüber anzüglich verhalten, viele Schülerinnen hätten keine Menstruation mehr bekommen. «Man brach uns und alle schauten zu», sagt eine der Betroffenen, die nicht mehr an der Schule ist. Viele würden noch heute unter Essstörungen und Panikattacken leiden und Antidepressiva zu sich nehmen. 

Der Skandal hat Konsequenzen. Der Vorstand des BTB-Vereins hat beim Basler Erziehungsdepartement (ED) die Schliessung des Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis-Bereichs (EFZ) auf Ende Schuljahr
2022/23 sowie organisatorische und finanzielle Unterstützung für diesen Prozess beantragt, heisst es in einer Mitteilung, die am Mittwochnachmittag verschickt wurde. 

«Tanzwelt verliert eine der erfolgreichsten Ballettschulen Europas»

Das Auftreiben dringend notwendiger Drittmittel sei unrealistisch, heisst es weiter. Mit der Schliessung  verliere die Tanzwelt eine der «erfolgreichsten Ballettschulen in Europa». Es habe sich zudem um die einzige professionelle Ausbildungsstätte im modernen und klassischen Ballett gehandelt, die beide Bereiche abdecke. «Und unsere Schüler*innen verlieren ihre Schule und ihr Heim. Das tut uns von Herzen leid», schreibt BTB. Das ED schreibt dazu: «Die BTB und das Erziehungsdepartement sind in ständigem Austausch, um die notwendigen Schritte einzuleiten.»

Losgelöst von der beantragten Schliessung werde die unabhängige Untersuchung weitergeführt. Wenn diese abgeschlossen sei, werde die BTB informieren.

Die aktuellen Schülerinnen und Schüler sollen ihr letztes Lehrjahr geordnet beenden und ihre EFZ-Abschlüsse machen können, so die BTB über ihr wichtige Anliegen.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Alter ohne Gewalt, Tel. 0848 00 13 13

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Beratungsstellen für gewaltausübende Personen

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