Nach Bad Ragaz: Ostschweiz bereit für die Fussball-EM?
Aktualisiert

Nach Bad Ragaz: Ostschweiz bereit für die Fussball-EM?

Die Euro 08 stellt hohe Anforderungen an das Sicherheitspersonal. Der Umgang mit Besuchern und Sportlern ist delikat. Trotz der Bad-Ragaz- Posse erhalten in der Ostschweiz nur Grenzwächter zusätzliche Trainings.

Am Montagmorgen hat ein Dorfpolizist in Bad Ragaz fast das gesamte südkoreanische Kunstturnerteam auf den Polizeiposten abgeführt (20 Minuten berichtete). Grund: Eine Frau glaubte, ein Asiate habe ihr Portemonnaie gestohlen. Die peinliche Aktion sorgte für grossen Aufruhr.

Für Bernhard Rentsch, Mediensprecher des Schweizerischen Turnverbandes, ist Bad Ragaz ein Einzelfall. Dennoch meint er: «Im Hinblick auf die Euro 08 wären Sensibilisierungstrainings für die Polizei vielleicht sinnvoll.» Bei der Kantonspolizei St. Gallen ist nichts Derartiges geplant. «Für uns ist der Fall Bad Ragaz nicht so gravierend», sagte Mediensprecher Hans Peter Eugster gestern. Auch bei der Stadtpolizei St. Gallen bereitet man die Beamten nicht speziell auf den möglichen Ansturm grosser Fangruppen vor. «Unsere Polizisten werden täglich mit Touristen konfrontiert und sind darauf geschult», sagt Mediensprecherin Petra Ludewig.

Anders sieht das beim Ostschweizer Grenzwachtkorps aus. Dort erhält jeder Beamte ein Buch mit Informationen zum Umgang mit Gästen. Zudem werden alle gezielt sensibilisiert, wie Stabschefin Michaela Rickenbacher auf Anfrage bekanntgab.

Annette Hirschberg

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