Nach Brücken-Katastrophe in Genua - Italien kauft Benetton-Clan Autobahnen ab
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Nach Brücken-Katastrophe in GenuaItalien kauft Benetton-Clan Autobahnen ab

Nach jahrelangem Tauziehen mit dem Staat hat die Benetton-Familie entschieden, ihren Anteil an den italienischen Autobahnen zu verkaufen. Die Familie war nach dem Einsturz der Morandi-Brücke in Genua massiv in die Kritik geraten.

von
Reto Heimann
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Das Bild ging um die Welt: Am 16. August stürzte die Morandi-Brücke in Genua ein.

Das Bild ging um die Welt: Am 16. August stürzte die Morandi-Brücke in Genua ein.

REUTERS
Der Einsturz kostete 43 Menschen das Leben – und führte zu einer grossen Debatte über Sicherheit und Sanierung von italienischen Autobahnen.

Der Einsturz kostete 43 Menschen das Leben – und führte zu einer grossen Debatte über Sicherheit und Sanierung von italienischen Autobahnen.

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Nun verkauft Mehrheitsaktionär Benetton seine Anteile an den italienischen Autobahnen an den Staat.

Nun verkauft Mehrheitsaktionär Benetton seine Anteile an den italienischen Autobahnen an den Staat.

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Darum gehts

  • Nachdem im August 2018 die Morandi-Brücke bei Genua einstürzte, wurde Kritik an den privat betriebenen Autobahnen Italiens laut.

  • Nun kauft der italienische Staat die Anteile der Benneton-Familie, der 88 Prozent der Autobahnen gehörten.

  • Der Vorstand der von Benneton kontrollierten Firma stimmte dem Verkauf am Donnerstag zu.

Italien macht einen grossen Schritt in Richtung Rückverstaatlichung seiner Autobahnen. Der Verwaltungsrat der Firma Atlantia SpA, der vom milliardenschweren Benetton-Clan kontrolliert wird, hat am Donnerstag entschieden, seine Anteile an der privaten italienischen Autobahn (Autostrade per l’Italia) abzustossen. Das berichten mehrere italienische Medien übereinstimmend.

Die Benneton-Familie hält insgesamt 88 Prozent von Autostrade per l’Italia. Sie gehen über an einen staatlichen Kreditgeber. Medienberichten zufolge hat der Vorstand von Atlantia SpA dem Verkauf mit 87 Prozent zugestimmt. Benetton war seit 1999 Mehrheitsaktionär der italienischen Autobahnen, als diese privatisiert wurden.

Autostrade per l’Italia und mit ihr auch die Familie Benetton waren 2018 massiv in die Kritik geraten, als in Genua die Morandi-Brücke zusammenstürzte. Das Unglück, das 43 Menschen das Leben kostete, löste in Italien eine riesige Debatte um die Sicherheit italienischer Autobahnen aus. Nachuntersuchungen zeigten, dass die Autobahnbetreiber spätestens seit 2019 wussten, dass die Brücke einsturzgefährdet war.

Einsturz der Morandi-Brücke am 14. August 2018, gefilmt von einer privaten Überwachungskamera

Guardia di Finanza Genova

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