Küsnacht ZH – Nach brutalem Mord an Millionärin – Mann zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt
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Küsnacht ZHNach brutalem Mord an Millionärin – Mann zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt

Das Bezirksgericht Meilen verurteilte einen heute 78-jährigen Mann wegen Mordes an einer Küsnachter Millionärin zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren.

von
Stefan Hohler
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Der Mann wurde 2017 auf der spanischen Ferieninsel Teneriffa verhaftet und an die Schweiz ausgeliefert.

Der Mann wurde 2017 auf der spanischen Ferieninsel Teneriffa verhaftet und an die Schweiz ausgeliefert.

Guardia Civil
Nach über 20 Jahren musste er sich Anfang November vor dem Bezirksgericht Meilen verantworten. 

Nach über 20 Jahren musste er sich Anfang November vor dem Bezirksgericht Meilen verantworten.

20min/hoh
Wie es am Dienstag in einer Mitteilung heisst, verurteilte das Gericht den Mann wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren.

Wie es am Dienstag in einer Mitteilung heisst, verurteilte das Gericht den Mann wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren.

20min/hoh

Darum gehts

  • Im Sommer 1997 wurde eine 86-jährige Frau in einer Villa in Küsnacht ZH tot aufgefunden.

  • Sie starb laut Anklageschrift an den Schlägen und der anschliessenden folterähnlichen Fesselung. Sie musste einen ein- bis zweistündigen «elenden und qualvollen Todeskampf» erleiden.

  • Nun wurde ein heute 78-jähriger Italiener zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt.

In einer Villa in Küsnacht ZH hatte die Polizei im Juli 1997 die Leiche einer 86-jährigen Frau gefunden. Die Witwe lag mit den Armen auf dem Rücken gefesselt in der Waschküche und war brutal geschlagen worden. Nach über 20 Jahren stand Anfang November ein heute 78-jähriger Italiener vor dem Bezirksgericht Meilen. Er stritt den Mord an der Frau.

Das Gericht ist hingegen von der Schuld des Mannes überzeugt. Wie es am Dienstag mitteilte, verurteilte es ihn wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren. Dies als Zusatzstrafe zu den sieben Jahren, welche das Regionalgericht Berner Oberland im Juni 2018 ausgesprochen hatte. Der 78-Jährige muss insgesamt 20 Jahre ins Gefängnis. 2016 hatte der Mann in Thun eine Juwelierfamilie überfallen. Er wurde 2017 auf der spanischen Ferieninsel Teneriffa verhaftet und an die Schweiz ausgeliefert.

«Es handelt sich um eine ausgesprochen gravierende Straftat»

Das Urteil begründete das Bezirksgericht Meilen mit der besonderen Skrupellosigkeit, mit welcher der Täter vorgegangen war. «Es handelt sich um eine ausgesprochen gravierende Straftat. Der Beschuldigte, welcher der zierlichen, betagten Frau körperlich weit überlegen war, ging gegen sie mit roher Gewalt vor und überliess sie in schwer verletztem Zustand und folterähnlich gefesselt ihrem Schicksal», heisst es in der Mitteilung.

Die Erklärung des Beschuldigten, wie seine DNA-Spuren an den Tatort gekommen sein sollen, erachtet das Gericht als «unbehelflich und als eine abstruse Schutzbehauptung». Der Beschuldigte behauptete, mit dem damals fast 87-jährigen Opfer während neun Monaten vor dessen Tod heimlich und auf Abruf sowie gegen Bezahlung ein rein sexuelles, sadomasochistisches Verhältnis geführt zu haben, weshalb man seine DNA-Spuren auf dem Fesselungsmaterial und der Schere gefunden habe.

Der Staatsanwalt verlangte wegen Mordes eine Zusatzstrafe von elf Jahren zu den sieben Jahren vom Regionalgericht in Thun. Die Verteidigerin forderte hingegen einen Freispruch: «Mein Mandant steht zu seiner Vergangenheit als Berufsräuber, aber das Leben ist ihm heilig, er hat nie Gewalt ausgeübt.» Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Beschuldigte hat bereits Berufung eingelegt.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

Agredis, Gewaltberatung von Mann zu Mann, Tel. 078 744 88 88

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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