Nach Brutalofouls: Margairaz, Djourou und Spycher sind ok
Aktualisiert

Nach Brutalofouls: Margairaz, Djourou und Spycher sind ok

Schrecksekunde im Nati-Training für den dritten Schweizer Torhüter Diego Benaglio: Der Madeira-Söldner blieb im gestrigen Training nach einem Zusammenprall mit Valon Behrami auf dem Boden liegen. Später konnte Entwarnung gegeben werden - wie auch bei den Opfern des Italien-Spiels vom Mittwoch.

Nationalmannschafts-Arzt Roland Grossen konnte nach dem leichten Footing in Freienbach, das nur von zehn Spielern absolviert wurde, bezüglich Diego Benaglio Entwarnung geben. «Diego hat sich eine Prellung am linken Sprunggelenk zugezogen. Der Fuss ist geschwollen und es floss ein wenig Blut in den Knöchel. Glücklicherweise aber blieben die Bänder unverletzt.» Einem Teil-Einsatz des dritten Goalies am Samstag gegen China sollte trotz der Verletzung nichts im Weg stehen. Benaglio wurde bereits gestern Abend im Teamhotel intensiv therapeutisch behandelt.

Neben Benaglio benötigten gestern auch Xavier Margairaz, Johan Djourou und Christoph Spycher ärztliche Pflege. Alle drei verletzten sich am Mittwoch gegen die teils knallhart einsteigenden Italiener. Christoph Spycher, der als einziger des Trios gestern am Training teilnahm, dachte am Mittwoch nach der überharten Attacke von Gennaro Gattuso im ersten Moment gar an das WM-Out: «Mir gingen schlimme Gedanken durch den Kopf. Mein Knie tat nach dem Schlag höllisch weh. Alles ist geprellt. Die Italiener sind zum Teil unkontrolliert in die Zweikämpfe gegangen. Wenn die an der WM so spielen, wird es Karten hageln.»

Teamarzt Grossen bleibt trotz der vielen Arbeit zuversichtlich: «Das sind alles eher kleinere Blessuren, die bei dieser nasskalten Witterung schon fast normal sind. Nach ein paar Tagen Pflege sollten alle wieder schmerzfrei sein.»

«Schikane» am Flughafen

Die Schweizer Nationalmannschaft flog am Mittag nach Zürich zurück und musste zuvor am Genfer Flughafen ungewohnte Hindernisse überwinden. Nicht wie im Hinflug am Dienstag via Spezialausgang, sondern offiziell durch den Zoll und die Gepäckkontrolle musste sich die Mannschaft im Genfer Flughafen ihren Weg zum Flugzeug bahnen. «Unser Bus wurde an einer Schranke beim Flughafen gestoppt, wir mussten alle aussteigen und dann wurde unser Gepäck auch noch durch den Scanner gelassen. Das sah auf den ersten Blick wie eine Schikane aus», sagt SFV-Kommunikationschef Pierre Benoit.

Die Zöllner wollten sich mit dieser Aktion aber offenbar lediglich die Autogramme der Schweizer Spieler ergattern, hatten sie doch bei der Gepäckkontrolle bereits Schweizer Nati-Leibchen zum Unterschreiben bereit gelegt.

Training gestrichen

Nationalcoach Köbi Kuhn zeigte sich gestern auf seine Art erfreut über die starke Leistung seiner Mannschaft gegen den dreifachen Weltmeister Italien. Er strich kurzerhand das Vormittag- Training von heute Freitag. Um jene Fans nicht zu enttäuschen, die sich dieses Training anschauen wollten, wird er dafür das Abendtraining in Freienbach nicht hinter geschlossenen Türen, sondern öffentlich abhalten. Die letzte Trainingseinheit vor dem abschliessenden Testspiel im Zürcher Hardturm gegen China beginnt am Freitag bereits um 17.30 Uhr.

Böses Mail an Verband

Nicht alle Fans aber sind erfeut über die Trainingsarbeit der Nationalmannschaft. Beim Verband ist ein böses Mail eingegangen, weil am letzten Sonntag nach dem Spiel gegen die Elfenbeinküste nicht alle Spieler das freiwillige Footing mitgemacht hatten. «Wir wurden als arrogant und eingebildet betitelt. Der Schreiber prophezeite uns bald wieder andere Zeiten, wenn wir froh sein würden, dass ein Fan im Training erscheint», erzählt Benoit kopfschüttelnd.

Einige wenige der mehreren hundert Fans ärgerten sich gestern in Freienbach zudem darüber, dass die Spieler den Kindern erst nach dem Training Autogramme gaben und nicht schon vorher. Nicht allen ist offenbar klar, dass in zwölf Tagen nicht irgendein Freundschaftsspiel, sondern der WM-Knaller gegen Frankreich auf dem Programm steht.

(si)

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