Jeff Saibene: «Nach dem 2:1 fing ich an, ein wenig zu träumen»
Aktualisiert

Jeff Saibene«Nach dem 2:1 fing ich an, ein wenig zu träumen»

St. Gallen bringt Valencia in Unterzahl an den Rand einer Niederlage, am Ende stehen sie trotzdem mit leeren Händen da. Jeff Saibene hatte den grossen Coup bereits vor Augen.

von
A. Stäuble/S.Compagno

Abwehrchef Philippe Montandon spricht über die direkte Rote Karte in der 56. Minute. (Video: 20 Minuten)

Nach dem 1:5 in Valencia hatte sich Jeff Saibene geweigert, die Leistung seiner Mannschaft öffentlich zu kommentieren. Zwei Wochen später tat er es mit Freude. Beim 2:3 im Rückspiel präsentieren sich seine Spieler wie ausgewechselt.

«Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Wir haben alles probiert und alles gegeben - anders als noch in Valencia.» Dass die Ostschweizer am Ende erneut ohne Punkte dastehen, wurmt Saibene natürlich trotzdem. «Die Niederlage ist bitter, aber die Enttäuschung hält sich in Grenzen. Wir können stolz sein.»

Auch Valencia-Coach Miroslav Djukic war beeindruckt vom Auftritt der St. Galler. «Die Schweizer haben sich heute deutlich besser präsentiert als vor zwei Wochen. Dort war es nach den frühen Toren für uns doch einiges einfacher als heute in St. Gallen.» Dennoch habe sein Team die Partie in der AFG Arena verdient gewonnen. «Wir schossen drei Tore, wir trafen mehrmals den Pfosten, wir holten einen Elfmeter heraus - damit bin ich zufrieden», so Djukic weiter.

Beeindruckt von den Fans

Dennoch träumte Saibene zwischenzeitlich vom Coup. «Nach dem 2:1 habe ich schon ein wenig zu träumen angefangen. Ich hatte gehofft, dass wir es über die Zeit schaffen», verrät Saibene. Diese Hoffnung hegten zweifelsohne auch die 16'900 in der stimmungsvollen AFG Arena. Die Spieler und auch Saibene waren beeindruckt von der Unterstützung des eigenen Anhangs. «Unglaublich, welche Emotionen im Stadion waren», schwärmte der Chefcoach und Captain Philippe Montandon fügte an: «Das war enorm. Von der ersten bis zur letzten Sekunde standen sie hinter uns. Das hat gut getan und uns nach vorne gepusht.»

Dass die St. Galler die spielerisch starken Spanier nicht über 90 Minuten in Schach halten konnten, schien spätestens nach dem Platzverweis gegen Montandon klar. Der Abwehrchef riss Valencia-Stürmer Jonas in der 56. Minute als hinterster Mann um und wurde dafür vom Platz gestellt. Montandon: «Darüber müssen wir nicht diskutieren. Ich war einen Moment unkonzentriert und habe ihn nicht genug abgesichert. Dann ging alles sehr schnell.»

Lopar erklärt seine Parade

Goalie Daniel Lopar parierte den anschliessenden Penalty von Jonas. Dabei verliess sich der Keeper auf seinen Instinkt. «Er hat mir ziemlich lange in die Augen und dann in die rechte Ecke geschaut. Dann habe ich mich dafür entschieden, in die gegenüberliegende Seite zu gehen.» Wie Lopar erklärte, habe er sich im Vorfeld der Partie mit Penaltyschütze Jonas befasst, dabei aber keine bevorzugte Ecke ausmachen können. «Er hat stets woanders hingeschossen.»

Auch Lopar sprach von einem gelungenen Auftritt seiner Mannschaft. «Jeder Spieler hat sich für heute etwas vorgenommen. Wir standen kompakt, hatten eine hohe Laufbereitschaft und liessen dadurch viel weniger zu. Ich denke wir haben den Zuschauern bewiesen, dass wir daraus gelernt haben. Am Schluss machte die individuelle Klasse und die Kraft den Unterschied aus.»

«In Russland ist alles möglich»

Trotz der Niederlage dürfen die St. Galler weiter vom europäischen Überwintern träumen. Dazu müssen in den verbleibenden zwei Spielen aber Punkte her. Ende November in Krasnodar und zum Abschluss daheim gegen Swansea. Lopar ist zuversichtlich: «Gegen Swansea zuhause wollen wir nochmals zeigen, was wir drauf haben. Und in Russland ist alles möglich.»

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