Wolhusen: Nach dem Felssturz: Der erste Schock ist verdaut
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WolhusenNach dem Felssturz: Der erste Schock ist verdaut

Die meisten evakuierten Personen konnten nach dem Felssturz zurück in ihre Häuser. Die Gebäudeschäden betragen mindestens eine Million Franken.

von
pz

In der Nacht auf Montag stürzte in der Badfluh bei Wolhusen ein rund 5000 Kubikmeter oder rund 500 Lastwagenladungen abgebrochener Molassefels aus 50 Metern Höhe in die Kleine Emme. Dabei wurde ein benachbartes Wohn- und Industriequartier überflutet sowie von weggeschleuderten Gesteinsbrocken beschädigt.

Wirkungsvoller Feuerwehreinsatz

Die Gebäudeschäden sind hoch: Nach ersten Schätzungen der Gebäudeversicherung Luzern sind in Wolhusen reine Gebäudeschäden von mindestens einer Million Franken entstanden. Die Gebäudeversicherung hält fest: Ohne den Feuerwehreinsatz wären die Gebäudeschäden massiv höher gewesen. Schwer getroffen seien unter anderem zwei Industrieunternehmen. Für das genaue Ausmass der Schäden werde man noch einige Tage benötigen.

Die Feuerwehr war den ganzen Montag und Dienstagmorgen im Dauereinsatz: «Rund 80 Feuerwehrleute packten an», sagt Beat Zihlmann, Kommandant der Feuerwehr Wolhusen. «Wir führten Evakuationen durch und pumpten die überfluteten Keller der Wohnung frei.» Auch das Wasser auf der Strasse konnte die rasch wieder zurück ins Flussbett lenken. Durch schnelles Handeln der Feuerwehr habe man das Öl der beschädigten Öltanks absaugen und so einen grösseren Schaden verhindert können, erklärt Zihlmann.

«Helfen, wo es nur geht»

Betroffen waren vor allem Häuser auf dem Boden der Wolhuser Nachbargemeinde Werthenstein. Am Dienstagnachmittag hätten rund 20 Zivilschützer der Zivilschutzorganisation Amt Entlebuch ihre Arbeit im Schadengebiet aufgenommen, erklärt Fredy Röösli, Gemeindeammann von Werthenstein. «Sie räumen die Keller der Wohnungen, das hat Priorität.»

Röösli zeigt sich betroffen über das Ausmass des Felssturzes. Trotz des schlimmen Naturereignisses sei die Stimmung im Dorf positiv. «Der erste Schock ist verdaut. Es herrscht eine grosse Solidarität zwischen den Bewohnern, wie damals beim Hochwasser 2005», betont der Gemeindeammann. Seitens der Behörden versuche man alles um die Betroffenen zu unterstützen: «Wir führen mit den Geschädigten Gespräche und helfen wo es nur geht.»

Rückkehr in Wohnungen

Die meisten der rund 20 Evakuierten konnten bereits wieder in ihre Häuser zurückkehren. Bei einem Wohnhaus müsse vor der Rückkehr der Bewohner erst noch die Stromversorgung repariert werden. Über weitere Massnahmen will der Krisenstab am Mittwochmittag entscheiden. (pz/sda)

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