Aktualisiert 08.01.2020 14:45

Berner Ehemann vor Gericht«Heute denke ich, dass ich mich verbrennen wollte»

2010 wurde Bern-Bethlehem Schauplatz eines Dramas: Ein Ehemann soll versucht haben, seine Frau zu töten. Als dies misslang, versuchte er, die Wohnung in die Luft zu jagen.

von
miw
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Am 9. November 2010 kam es in der Wohnung eines Mannes zu wüsten Szenen. Seine getrennt lebende Frau wollte dort Post abholen. Dabei kam es zu Diskussionen. In der Küche schlug der Mann unvermittelt mit einem Hammer zweimal auf den Hinterkopf der Frau und verletzte sie.

Am 9. November 2010 kam es in der Wohnung eines Mannes zu wüsten Szenen. Seine getrennt lebende Frau wollte dort Post abholen. Dabei kam es zu Diskussionen. In der Küche schlug der Mann unvermittelt mit einem Hammer zweimal auf den Hinterkopf der Frau und verletzte sie.

Nachdem er sie zu Boden geworfen hatte, versuchte der Täter, die Frau mit einem Messer zu stechen. Dabei verletzte er die Frau erneut mehrfach. Die Frau versuchte zu fliehen, doch vor der verschlossenen Wohnungstüre holte sie der Angreifer ein und würgte sie laut Anklage heftig.

Nachdem er sie zu Boden geworfen hatte, versuchte der Täter, die Frau mit einem Messer zu stechen. Dabei verletzte er die Frau erneut mehrfach. Die Frau versuchte zu fliehen, doch vor der verschlossenen Wohnungstüre holte sie der Angreifer ein und würgte sie laut Anklage heftig.

Mariusfm77
Bild vom 9. November 2010 am Tatort: Nach der Flucht der Frau hantierte der Angeklagte mit einer Gasflasche und versuchte, die Wohnung in Brand zu stecken, respektive eine Explosion herbeizuführen. Wenig später sprang der mutmassliche Täter vom Balkon seiner Wohnung in die Tiefe. Er wurde dabei schwer verletzt.

Bild vom 9. November 2010 am Tatort: Nach der Flucht der Frau hantierte der Angeklagte mit einer Gasflasche und versuchte, die Wohnung in Brand zu stecken, respektive eine Explosion herbeizuführen. Wenig später sprang der mutmassliche Täter vom Balkon seiner Wohnung in die Tiefe. Er wurde dabei schwer verletzt.

Vor dem Regionalgericht Bern-Mittelland wird jetzt ein Fall von schwerer häuslicher Gewalt verhandelt. Auf der Anklagebank sitzt ein Ehemann, der versucht haben soll, seine von ihm getrennt lebende Ehefrau zu töten.

Doch was genau war passiert? Am 9. November 2010 kam es in der Wohnung des Mannes zu wüsten Szenen. Die gebürtige Portugiesin wollte dort Post abholen. Dabei kam es zu Diskussionen mit dem afrikanischen Ehemann. In der Küche schlug er unvermittelt mit einem Hammer zweimal auf den Hinterkopf der Frau und verletzte sie.

Nachdem er sie anschliessend zu Boden geworfen hatte, versuchte der Mann, die Frau mit einem Messer zu stechen. Dabei verletzte er die Frau erneut mehrfach. Die Frau versuchte zu fliehen, doch vor der verschlossenen Wohnungstür holte sie der Angreifer ein und würgte sie laut Anklage heftig.

Vor Gericht sagt der Mann am Mittwoch aus, es erschrecke ihn, an das Geschehene zurückzudenken. Daran, dass er die Frau gewürgt und mit einem Messer auf sie eingestochen habe, könne er sich nicht erinnern, sagte der Angeklagte am Mittwoch vor Gericht.

Seiner Frau gelang schliesslich die Flucht durch ein Fenster. Die Polizei fand die Frau verletzt im Eingangsbereich der Wohnung in Bern-Bethlehem. Die Polizei mobilisierte zusätzliche Kräfte, darunter auch die Interventionseinheit.

Angeklagter sprang vom Balkon

Nach der Flucht der Frau hantierte der Afrikaner mit einer Gasflasche und versuchte, die Wohnung in Brand zu stecken respektive eine Explosion herbeizuführen. Mehrere Dutzend Bewohner wurden aus Sicherheitsgründen umgehend aus dem Wohnhaus evakuiert.

Er wisse nicht, was er sich damals dabei gedacht habe, als er dran war, die Wohnung in die Luft zu jagen, sagte der Angeklagte vor Gericht. Aber: «Heute denke ich, dass ich mich verbrennen wollte.»

Wenig später sprang der mutmassliche Täter vom Balkon seiner Wohnung im sechsten Stock in die Tiefe. Er wurde dabei schwer verletzt. Die Verletzungen seien verheilt, er könne sich nicht beklagen, sagte er auf die Frage von Gerichtspräsident Peter Müller nach seinem heutigen Befinden.

Was geschehen sei, tue ihm leid. «Ich wünschte, das alles wäre nie passiert», betonte der ansonsten nicht sonderlich gesprächige Mann vor dem fünfköpfigen Gericht. Seiner Ex-Frau hatte der Mann einen Brief geschrieben, in dem er sich für die Tat entschuldigte. Aus der Strafanstalt Thorberg, wo sich der Mann im vorzeitigen Strafantritt befindet, liegt ein positiver Führungsbericht vor.

Die Frau wurde am Mittwochmorgen ebenfalls vom Gericht befragt, allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne auf ihren Ex-Mann zu treffen. Vom Rest der Verhandlung ist die Frau dispensiert. Sie wird von einer Anwältin vertreten.

Das Urteil wird voraussichtlich am Freitag eröffnet. (miw/sda)

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