Aktualisiert 30.10.2019 18:39

Steingrubers ComebackNach dem Motivationsloch die Belohnung

Giulia Steingruber hat einen langen Weg hinter sich, nach dem Kreuzbandriss war sie antriebslos. Am Wochenende steht ihr Comeback an.

von
Marcel Rohner, Magglingen
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Giulia Steingruber ist wieder zurück. Die Kunstturnerin hat eine lange Leidensgeschichte hinter sich. Im Juli 2018 erlitt sie einen Kreuzbandriss im linken Knie.

Giulia Steingruber ist wieder zurück. Die Kunstturnerin hat eine lange Leidensgeschichte hinter sich. Im Juli 2018 erlitt sie einen Kreuzbandriss im linken Knie.

kein Anbieter/Tamedia/Christian Pfander
Sie habe mit Motivationsproblemen zu kämpfen gehabt und sei antriebslos gewesen, erklärt sie an einer Medienkonferenz. Während der Zwangspause arbeitete sie viel mit einem Mentalcoach zusammen. Am Samstag stand ihr Comeback vor Publikum an, Steingruber wurde zum achten Mal Schweizer Meisterin.

Sie habe mit Motivationsproblemen zu kämpfen gehabt und sei antriebslos gewesen, erklärt sie an einer Medienkonferenz. Während der Zwangspause arbeitete sie viel mit einem Mentalcoach zusammen. Am Samstag stand ihr Comeback vor Publikum an, Steingruber wurde zum achten Mal Schweizer Meisterin.

Keystone/Marcel Bieri
Das grosse Ziel ist aber die WM im Oktober in Stuttgart. Bei ihrer letzten WM-Teilnahme in Montreal sicherte sich Steingruber die Bronzemedaille. 2018 verpasste sie die Titelkämpfe wegen dem Kreuzbandriss.

Das grosse Ziel ist aber die WM im Oktober in Stuttgart. Bei ihrer letzten WM-Teilnahme in Montreal sicherte sich Steingruber die Bronzemedaille. 2018 verpasste sie die Titelkämpfe wegen dem Kreuzbandriss.

kein Anbieter/Paul Chiasson/The Canadian Press via AP

«Ja, aber nur ganz kurz.» Der Satz kommt plötzlich, ohne zu überlegen. Er ist Giulia Steingrubers Antwort auf die Frage, ob sie sich je überlegt habe, dem Kunstturnen keine Chance mehr zu geben und zurückzutreten. Die 25-Jährige sagt: «Mir war schnell klar, dass ich das bereuen würde.» Auch ein Kreuzbandriss konnte die Ostschweizerin nicht stoppen.

Vor etwas mehr als einem Jahr erlitt sie die Verletzung, die schon manche Sportlerkarriere ins Stocken brachte. Steingruber ging während sechs Monaten an Krücken und wusste schnell: Sie wird Grossanlässe verpassen, die EM 2018 in Glasgow und die WM in Doha einige Monate später sowieso. Und auch für die EM in Stettin in diesem Frühling reichte die Zeit nicht.

Steingruber fiel in ein Motivationsloch, war antriebslos. Etwas, was sich auf den Alltag auswirkte. «Bei mir ist das so», erklärt sie, «wenn es mir im Sport gut läuft, dann ist der Rest auch in Ordnung.» Steingruber arbeitete viel mit einem Mentalcoach zusammen, ging ihre Übungen im Kopf durch, um sie nicht zu verlieren. «Es war ein Durchbeissen», sagt sie, das Ziel, die WM 2019 in Stuttgart, war weit weg.

Steingruber kämpfte sich zurück, am Wochenende steht an den Schweizer Meisterschaften ihr Comeback an. Es ist ihr erster Auftritt vor Publikum seit dem Kreuzbandriss. Sie sagt: «Ich bin sehr nervös, aber die Vorfreude ist gross.» Denn ein guter Wettkampf sei eine Genugtuung für sie als Athletin, «diese Belohnung hat mir gefehlt».

Giulia Steingruber spricht über ihre Verletzung

(Video: Tamedia)

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